Band 
Erster Teil.
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ihm eine Hand zu reichen. Mit eigener Lebensgefahr taten siedas. Winiger faßte die Hand, schwang sich aus dem Waffer aufdas Eis und war gerettet. Wäre das Eis hier wieder gebrochen,so hätten alle vier ihr Grab in der Tiefe des Sees gefunden.

Unterdessen war Gaßmann vor Frost, Anstrengung und Angstso müde und krämpfig geworden, daß er sich fast nicht mehr haltenkonnte. Schon wollte er sich dem Tod ergeben. Da trösteten ihndie andern. Sie versprachen ihm, sie wollten alles für seine Rettungtun oder ebenfalls mit ihm sterben; er solle nur noch ein wenigaushalten. Hierauf lief Schnieper wie ein Pfeil nach dem Städtlein,um dort eine Stange zu holen.

Aber die beiden andern Knaben blieben indessen nicht untätig.Sie spürten aus, wo das Eis am stärksten war. Und als sie einesichere Stelle gefunden hatten, wo sie sich hinstellen konnten, schwammGaßmann mit einer Eisscholle heran. Dann streckte er den beidenKameraden die todeskalte Hand hin und wurde von ihnen glücklichaus dem Wasser gezogen. Voll innigen Dankes gegen Gott brachensie in lauten Jubel aus. Schnieper hörte das Freudengeschrei,kehrte um und jauchzte dem Geretteten freudig entgegen. Gaß-mann aber schlang beide Arme um die Kameraden und sprach:„Solange ich lebe, werde ich nächst Gott euch meine Rettung dankenund nie die Freundschaft vergessen, die ihr mir in meiner Todesnoterwiesen habt." (G. Eberhard.)

42. Allen zum Trost.

„Geh aus dem Weg, du unnützes Ding!“ Diese un-freundlichen Worte mußte Eveli oft von seinen ältern Brüdernhören, sogar von seinem Vater. Diese hatten in Haus undHof und Feld gar viele schwere Arbeiten zu verrichten, wo-bei ihnen Eveli doch nicht helfen konnte, sondern nur imWege stand. Und doch hätte es bei allem so gern mitge-holfen. Der Bauernhof, auf welchem die Familie wohnte,lag ziemlich weit oben an einem Berge. Eveli besuchte seitdem letzten Frühling die Schule im Dorfe drunten. Auf demSchulwege kam es alltäglich an einem niedrigen Häuschen

Sekundariesebuch I. 3