Band 
Erster Teil.
Seite
172
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topfes stecken kann, so greift sie mit den Pfötchen hinein und lecktdavon ab, was sie herausgebracht. Einem Hunde, der etwasSchlimmes angestellt hat, merkt man es leicht an: er schämt sichund verbirgt sich; die Katze hingegen tut ganz unschuldig und weißsich schlau zu verstellen. Nie wird sie so treu und folgsam wie derHund. Sie hält sich mehr an das Haus, als an die Menschen,und begleitet diese selten; befehlen läßt sie sich wenig. Wenn siezornig wird, ist sie furchtbar anzusehen: sie zieht den Rücken ineinen bogenförmigen Buckel aufwärts, sträubt die Haare, hebt denbuschigen Schwanz, blickt aus glühenden Augen, und indem sie sogegen den größten Hund sich stellt, schlägt sie „schneuzend" mitden scharfbekrallten Pratzen um sich. Wo sie in Zorn und Wuteinbeißt, ist sie kaum mehr loszubringen. Freilich ihr Gebiß läßtnichts Besseres erwarten. Lang und gekrümmt ragt in jederKieferhälfte der spitzige Eckzahn vor, und hinter demselben folgendie scharfzackigen Backenzähne, während die Vorderzähne eine ge-ringere Entwicklung erhalten haben. Dieses Gebiß allein deutetschon darauf hin, daß die Hauskatze, so wenig wir sie zu fürchtenpflegen, dennoch ein förmliches Raubtier ist. Vielleicht stammtdie Hauskatze von der größer» grauen, schwarzgestreiften Wild-katze ab, die noch in einsamen und dichten Waldrevieren aufHasen und Vögel Jagd macht. (Solothurner Lesebuch nach Egli.)

170. Vorn Mäuschen.

Die Köchin spricht zum Koch: „Fang mir das Mäusleindoch! Es ist nichts sicher in Küch’ und Keller, weder in derSchüssel, noch auf dem Teller! Wo was liegt, da frißt es;wo was riecht, da ist es; wo ein Braten dampft, kommt dasMäuslein und mampft; in den Küchenbehälter hat es gebissetein Loch. Koch, fang mir das Mäuslein doch, und jag’ eswieder auf die Felder oder in die Wälder!“ Da macht derKoch ein Gesicht und spricht: „Mäuslein, Mäuslein, bleib indeinem Häuslein! Nimm dich in acht heut’ nacht! Mach’auch kein Geräusch und stiehl nicht mehr das Fleisch, sonstwirst du gefangen und aufgehangen.“