Band 
Erster Teil.
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Zähne zum Nagen, und mancher Baum kann von der Schärfederselben reden; aber zum Beißen, zur Verteidigung fehlt mir derMut. Höre ich ein Geräusch, sogleich muß ich meine langenOhren in die Höhe recken und horchen, wer kommt, und kann ichmich nicht in eine Hecke oder Furche ducken, so laufe ich lieber,so weit mich meine Beine tragen. Es ist wahr, im Laufe choltmich so leicht keiner ein, es müßte gerade ein Windspiel sein;auch an Kreuz- und Quersprüngen lasse ich es nicht fehlen,um meine Feinde irre zu führen; aber was hilft es mir? Eheein Jahr vergeht, bin ich doch ein Kind des Todes. Es paßtmir der Jäger auf, wenn ich des Abends aus dem Walde kommeund meinen Hunger an dem fetten Grase stillen will. Da sitzter in der Dämmerung hinter einer Mauer oder einer Hecke, undehe ich mich's versehe, knallt sein Gewehr, und ich habe das töd-liche Schrot im Leibe. Habe ich noch Leben genug, um demWalde zuzufliehen, flugs kommt auch noch der Hühnerhund, packtmich unbarmherzig und trägt mich seinem grausamen Herrn zu;quieke ich dann in der Todesangst vielleicht ein wenig, so werdeich noch ausgelacht. Im Winter verfolgen sie meine Spuren imSchnee oder füllen den Wald und das Feld mit häßlichen Treibern,welche klappern und schreien, bis wir armen Hasen unsern Zufluchts-ort verlassen und vor die offenen Gewehre der Jäger laufen.Und wär' unser Tod noch ehrenvoll, und würden wir ehrlichbegraben wie ein Hund oder ein Pferd! Allein unser Los ist,in die Küche zu wandern. Da streift uns die blutige Hand einerKöchin den Balg ab, stopft ihn aus und bewahrt ihn auf, bis erverhandelt wird. Unser Kopf, unsere Beine und Eingeweide werdenzu einem braunen Pfeffer zerkocht, und der Rest, das Beste anuns, wird mit Spicknadeln zerfleischt und dann erst gebraten.Nachdem die Menschen unser Fleisch abgeschält und verzehrt haben,werfen sie die Knochen ihren Hunden vor. Nein, es ist ein jäm-merliches Schicksal, ein Hase zu sein! (Curtmann.)