Band 
Erster Teil.
Seite
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Kleinen waren viel schneller als sie. Ängstlich piepend liefen sieauseinander und verkrochen sich in das hohe Gras. Gluck, gluck!rief die Henne, und sieh', da kamen sie alle gehorsam herbei, eineslangsam, das andere schnell, bis sich zuletzt mehrere überstürztenund dennoch wieder auf die kleinen Beinchen zu stehen kamen.

„Ist dies die Mutter, und sind das ihre Kinder?" fragteLenchen.

„Das kannst du wohl sehen!" versetzte Frau Gertrud. „Gibnur acht, wie ängstlich das besorgte Mütterchen hin und her läuft,wenn sich eines ihrer Kleinen von ihr entfernt!"

Beide setzten sich nun auf den Rasen nieder und hatten ihreFreude an der lustigen Herde.

Plötzlich schoß die Henne ängstlich hin und her und ducktesich dann mit weitgespreizten Flügeln zur Erde. Eilig kamen aufihren dringenden Ruf die Küchlein herbei; sie aber hörte nichtauf zu locken und ängstlich umherzublicken, bis alle unter ihrenFlügeln verborgen waren und sie nun, einem breiten Zelte gleich,schützend über ihren Kindern saß.

„Was macht die Henne?" fragte Lenchen besorgt.

„Siehst du den schwarzen Punkt dort am Himmel?" ant-wortete Frau Gertrud; „das ist ein Habicht, ein schlimmer Vogel,der die Hühner bedroht! Die besorgte Henne hat ihn von fernegewittert. Sieh, wie sie bange umherschaut, wie ihr Gefieder sichsträubt, und wie sie dennoch ihr Leben freudig preisgibt, um ihreKleinen zu retten! Nicht wahr, es muß eine Mutter sein; dennso können nur Mütter lieben."

Da schmiegte sich Lenchen so dicht an Frau Gertrud, alswäre es auch ein Küchlein und stände in Gefahr. Der Habichtaber zog glücklich vorüber, und bald kamen die jungen Hühnchenwieder eins nach dem andern hervor. (Agnes Franz.)

177. Es kräht kein Hahn danach.

Zwei Räuber stiegen um Mitternacht auf einer Leiter zumFenster einer Mühle hinein, um dem reichen Müller sein Geld zurauben. Wie sie in dem dunkeln Hausgange leise auf den Zehen