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Der Storch ist wieder da.
Er bessert aus sein NesteleinUnd legt vier große Eier drein.
Und eh' wir's uns versehen,
Im Nest vier Störchlein stehen.
Und alle rufen: klapp, klapp, klapp!
Mama, gib einen Frosch mir ab.
Neugierig gucken die Störchlein aus dem Neste heraus undbesehen die weite Welt. Sie haben einen schwarzen Schnabel undein schlichtes, graues und schwarzes Kleid an aus kurzen, weichenFlaumfedern. Da sieht freilich ein alter Storch mit seinenschönen roten Lippen, seinen roten Hosen samt schwarzem Frackund weißer Weste viel manierlicher aus. In dieser hübschenschwarz-weißen Kleidung steht der Storch so recht feierlich, jaehrwürdig aus. Und in Ehren halten ihn die Leute auch. Mancheglauben sogar, er bringe ihnen Segen ins Haus, oder das Haus,worauf er wohne, brenne nicht ab. Das glaube ich nun zwarnicht. Aber der Storch ist dennoch ein nützlicher Vogel; denn ervertilgt eine Menge Frösche, Schlangen und allerlei Ungeziefer.
Es ist ergötzlich zu sehen, wie er mit seinen langen Beinenauf den feuchten Wiesen und im Sumpfe umherstelzt. Wo sichein armer Frosch blicken läßt, da stößt der Storch mit seinemlangen, spitzigen Schnabel hin und spießt ihn an. Mag der armeSumpfmusikant noch so sehr zappeln im Schnabel seines Feindes:er wird ohne Gnade verschluckt. Hat die Sonnenhitze die Sümpfeausgetrocknet, dann spaziert der Storch meist auf den Wiesenumher. Er stößt mit dem Schnabel bald hierhin, bald dorthinnach einer Blume. Er meint, es stecke ein Bienlein oder eineHummel darin, und die verschmäht er in der dürren Zeit nicht.
Beim Fluge kommt dem Storch die Gestalt seines Rumpfessehr zu statten. Sein Rumpf schwimmt in der Luft wie einKahn im Wasser. Freilich muß der Vogel dabei seine breiten,muldenförmigen Flügel wohl gebrauchen. Die langen Beine streckter beim Fliegen hintenaus; sie müssen dem langen Halse dasGleichgewicht halten, da der Schwanz kurz ist. Der Storchgebraucht sie als Steuerruder, wenn er durch die Lüfte segelt.
(Schurig.)