Band 
Erster Teil.
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„DuMutterle,“ spricht der Käfer, nachdem er ins Haus ge-treten ist ■— das Haus aber ist ein zusammengerolltes dürresEichenblatt aus dem vorigen Jahr, — „mußt nicht böse sein,Mutterle, daß ich heute so spät zum Essen nach Hause komme.Denk dir, ein Mädel hat mich abgefangen, ein Menschen-mädel. Und das ist so groß gewesen wie ein Berg, und seineFinger sind so dick gewesen wie ein Stamm da drüben imUrwald. Mit zwei solchen Fingerblöcken hat es mich ge-nommen und in seine Schürze geworfen. Da drinnen hatdas Mädel eine große Wildnis von Bäumen und Büschen ge-habt, und sind schon viele Käfer, bekannte und ganz fremde,gefangen gewesen und umhergestiegen im Struppwerk, undkeines hat einen Weg gewußt, und jedes ist gelaufen wienicht gescheit, daß es wo herauskäme. Mir ist so ein kupfe-riger Tolpatsch gerade auf den Kopf gestiegen, daß ich sagenmuß: „Mein Herr, wenn Sie einen lebendigen Fußschemelbrauchen, so steigen Sie Ihrer Großmama aufs Haupt undnicht mir!“

„Dummer Käfer!“ unterbricht mich die Martha mit Ent-rüstung, „der Großmama darf man ja auch nicht auf denKopf steigen. Die ist doch so lieb!“

„Weißt du,“ belehre ich, „bei den Käfern wird das nichtso genau genommen. Du wirst auch sehen, wie sich unserkleiner Käfer für die Unbill entschädigt hat.“

4. Also der Käfer erzählt seiner Mutter: „Über unsererWildnis ist ein großes Dach gewesen, und das geht auf ein-mal ein wenig auseinander, so daß wir hinaufsehen auf einensteilen Berg, auf dem Schnee hegt. Und wir klettern gleichhinauf. Es ist aber doch kein Berg, es ist das große Menschen-mädel, und es ist kein Schnee, es ist das weiße Kleid, dasdas Menschenmädel an hat. Das ist mir recht, ist daraufbesser steigen als auf Schnee und nicht so kalt. Ich laufeschnell über das steile Feld hinauf und komme zu einergroßen goldenen Kugel, die ist viel größer als ich, und dieSonne funkelt darein, daß ich ganz blind werde. Jetzt, Mutter,