Band 
Erster Teil.
Seite
232
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rasch verschwand. Oswald dankte dem Himmel und übtevon nun an die Tugenden, die er während der harten Prü-fungszeit sich angeeignet hatte, so daß er ein glücklicher undwohlhabender Mann wurde. Den Abendsegen hat er nie wiedervergessen. (Ad. Franz.)

218. Die Erdmännlein.

In einer Talmühle holten die Zwerge säckleinweise ihrMehl und brachten dafür dem Müller Glück und Segen. Ausdem Mehle buken sie den armen Leuten Kuchen; aus allerleiKräutern bereiteten sie überdies den Kranken Arzneien undwurden in der ganzen Umgegend in guten Ehren gehalten.Aber der Müller, der allmählich zu Reichtum gekommen war,wurde geizig und mochte den Besuch seiner kleinen Wohl-täter, wobei sie ihr weniges Mehl holten, nicht mehr leiden.Er mischte ihnen also Gips darunter, in der Meinung, siewürden daran sterben. Allein sie lachten bloß über dentörichen Geizhals, stellten sich alle in eine Reihe und warfendas giftige Mehl zusammen in den Mühlbach, woraus ersein Vieh tränken mußte. Jetzt gingen ihm Roß und Rindzugrunde. Ein Unglück folgte dem andern auf dem Fuße,und der Müller ward ein armer Mann. Endlich nahm er denletzten Sack Mehl und stieg damit zu der Höhe hinauf, wodie Zwerge wohnten, um sie zu versöhnen. Da fiel er ineine Felsspalte und fand seinen Tod. (Adolf Frey.)

219. Der einkehrende Zwerg.

Von dem Dorf lein Balligen am Thuner See wird erzählt:Bei Sturm und Regen kam ein wandernder Zwerg durch dasDörflein, ging von Hütte zu Hütte und pochte regentriefendan die Türen der Leute; aber niemand erbarmte sich undwollte ihm öffnen; ja sie höhnten ihn noch dazu. Am Randedes Dorfes wohnten zwei fromme Arme, Mann und Frau; daschlich das Zwerglein müde und matt an seinem Stäbe einherund klopfte dreimal bescheidentlich ans Fensterchen. Der alte