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die Sterne am Himmel glänzen sahen; dann ward es langsamwieder herniedergelassen. Jetzt erkannte der Meisterknecht,daß noch Schlimmeres zu erwarten stehe, wenn die Tür nichtgeöffnet würde, und da er wohl fühlte, daß bloß sein Mut-wille die Ursache der unheimlichen Begebenheit war, und erdeshalb mit Fug und Recht den schweren Gang tue, so riefer hinunter: „In des Herrn Namen, ich tu’ auf!“ und nahm,nachdem er heruntergestiegen war, die Verschlußhölzer weg.
An der Wand neben dem Türeingang stehend, konnteer sich nun von den Gestalten überzeugen, an die er nichtgeglaubt hatte. Denn kaum war das Tor erschlossen, soschritten Männer einher, die ihn um Haupteslänge überragten,und boten ihm freundlich guten Abend. Dann rauschte mitWindesschnelle ein ganz unzählbares Heer an ihm vorbei.Die Streiter waren in wehende Stierhäute gekleidet, derenHörner über die blonden Locken der Männer emporragten;auf den breiten Schultern trugen sie lange Speere oder ge-wichtige Streitäxte, während den linken Arm ein gewaltigerEisenschild deckte. Ihnen folgten Reiter mit Flügelhelmen,auf deren blankem Metall die Sterne sich spiegelten; hinterdiesen schritt wieder Fußvolk einher, dem große Karren nach-geführt wurden, worauf Weiber mit Säuglingen an der Brustsaßen; flinkfüßige Jungen und zottige Hunde liefen nebenihnen her. An dieses Wagenheer schlössen sich wieder Reisige,und so ging es immer fort und wollte kein Ende nehmen. Sosah der Meisterknecht mit starrem Grausen das Volk wieim Traume an sich vorbeiziehen und konnte sich nicht vonder Stelle rühren, bis endlich der letzte Schatten an ihmvorbeigeflogen war, bis die kühlen Morgenlüfte zu wehenbegannen und das erste Frührot heimlich an den Gletschernzu glühen anhob. Dann erst suchte er still und bleich seinLager auf, von dem er sich nicht wieder erheben sollte; amAbend darauf war er eine Leiche. (Adolf Frey.)