Band 
Dritter Teil.
Seite
38
JPEG-Download
 

38

Hütt aber isch der Xaveri Gmeinamme und Amtsrichter undfüert mit-em Niklausi nes ziemlig großes Handelsgschäft. Unddie ältere Lüt säge zue de Chindere: „Si Richtum, sini Ehre undsis Glück hät dä Ma volluf verdienet dur si Fliß, sis Bravst unda sine Gschwisterti." Machet's au e so! Jos. Joachim, Solothurn.

20. Der Sperling.

Ich kehrte von der Jagd zurück und ging durch die Garten-allee. Mein Hund lief voraus. Plötzlich verzögerte er seineSchritte und begann zu schleichen, als witterte er vor sich ein Wild.

Ich blickte die Allee hinunter und gewahrte einen jungenSperling mit gelbem Schnabelrande und jungem Flaum auf demKopfe. Er war aus dem Neste gefallen — ein kräftiger Windschüttelte die Birken der Allee — und unbeweglich saß er nun da,indem er die kaum hervorgewachsenen Flügelchen von sich streckte.

Langsam näherte sich ihm mein Hund, als sich plötzlich vombenachbarten Baume ein alter schwarzbrüstiger Sperling losriß,wie ein Stein gerade vor dessen Schnauze niederstürzte und ganzzerzaust und verstört mit verzweifeltem, kläglichem Gekreisch einigeMale gegen den weitgeöffneten, mit großen Zähnen besetztenRachen lossprang.

Er wollte sein Junges retten, er schirmte es mit seinem

eigenen Körper.sein ganzer winziger Leib bebte vor

Schrecken, sein Stimmchen ward wild und heiser, er starb hin,er opferte sich!

Welch ein gewaltiges Ungetüm mußte der Hund ihm scheinen.Und gleichwohl vermochte er nicht dort oben auf seinem sichernAste zu verbleiben. Eine Gewalt, die stärker war als sein Wille,riß ihn hinweg.

Mein Tresor blieb stehen und wich dann zurück. Offenbarmußte auch er jene Gewalt anerkennen. Ich rief den verdutztenHund zu mir und entfernte mich mit einem Gefühle der Ehr-furcht. — Ja, lachet nicht, ich empfand wirklich Ehrfurcht vordiesem kleinen heldenmütigen Vogel, vor dem leidenschaftlichen

»