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den Tod laut um Erlösung. Im Augenblicke stand dieserauch schon vor ihm und fragte ihn um sein Verlangen.
„Nichts verlange ich, ganz und gar nichts,“ antworteteder Greis erschrocken, „hebt mir nur diese Last wieder aufden Rücken.“
Selbst in den größten Trübsalen hat doch das LebenReiz für den Menschen. (Nach Äsop.)
77. Esel und Jagdpferd.
Ein Esel vermaß sich, mit einem Jagdpferde um dieWette zu laufen. Die Probe fiel erbärmlich aus, und derEsel ward ausgelacht. „Ich merke nun wohl,“ sagte derEsel, „woran es gelegen hat: ich trat mir vor einigen Monateneinen Dorn in den Fuß, und der schmerzt noch.“
(G. E. Lessing.)
78. Diensttreue.
Ein Schäfer war einst bei seiner Herde eingeschlafen.Das bemerkte ein Wolf und gab sich alle Mühe, aus diesemgünstigen Augenblicke Vorteil zu ziehen und den wachendenHund auf die Seite zu locken.
„Du lässest dir’s sauer werden, guter Phylax,“ sprachder Wolf; „wahrhaftig, ich bewundere deine Geduld, deineunverbrüchliche Treue. Du bist unaufhörlich für das Wohldeiner Herde besorgt; wirst du denn des beständigen Wachensnicht müde?“
„Müde, sagst du? Seiner Pflicht darf man nicht müdewerden!“ „Das ist wahr,“ sprach der Heuchler; „aber werwird auch ein beständiger Sklave seiner Pflicht sein? Siehe,das Beispiel deines eigenen Herrn, der sich der sanften Ruheüberläßt, sollte dich lehren, nicht zu gewissenhaft zu seinund mehr an dich selbst zu denken.“
„Eben weil ich das Zutrauen meines Herrn besitze,“ er-widerte der treue Phylax, „darf ich meine Pflicht um so