Band 
Fünfter Teil.
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Landhaus zu Loschrvitz bei Dresden, wo Körner angestellt war,studierten sie miteinander aufs eifrigste, u. a. den Abfall derNiederlande. Als schönste Frucht reifte und wurde vollendet derin Bauerbach und Mannheim schon bearbeitete „Don Karlos".Marquis Posa, der Freund des Jnfanten Don Karlos, suchteden König Philipp II. von Spanien zu überzeugen, daß nur diefreie Entwicklung aller Anlagen den einzelnen Menschen, nurGedanken-, Glaubens-, Gewissens- und bürgerliche Freiheit einVolk beglücken kann. Immer dieselbe Forderung: ihr Regenten,gebt den Völkern die Freiheit!

III.

In freiheitlichem Geist regierte damals Großherzog KarlAugust von Weimar mit seinem „Posa", dem Minister Goethe.Dahin zog es den Schöpfer des Don Karlos im Sommer 1787.Schon vorher zum herzoglichen „Rat" ernannt, hoffte er auf einesichere Stellung, wie sie dort außer Goethe auch Herder undWieland einnahmen. — Dem frostigen Empfang, auch von Goethe,setzte Schiller eifrigste Tätigkeit entgegen, und großen Erfolgerntete seine „Geschichte des Abfalls der Niederlande". Er wurdenun Professor der Geschichte in Jena und hielt im Mai1789 unter stürmischem Beifall von 400 Studenten die Antritts-vorlesung. Doppelte Arbeitskraft verlieh ihm ein Jahr daraufdie glückliche Ehe mit der feinen Charlotte von Lengefeld.Bald erschien seine „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges", hin-reißend, mit beispiellosem Erfolg. Aber unter der gewaltigenArbeitslast brach der Leib schon Ende 1790 zusammen. Die auf-opfernde Pflege Charlottens hielt das Äußerste fern. Aber vonArbeit konnte für lange Zeit keine Rede sein, und doch war derSchriftstellerverdienst unentbehrlich. Denn die Besoldung von200 Talern reichte nicht weit, und Vermögen war nicht da. Äußersttrüb sah die Zukunft aus. Da wurden wieder des Dichters edleWerke seine Retter. Auch im fernen Dänemark hatten sie ihmbegeisterte Verehrer erweckt. Der Prinz Fr. Christian vonSchleswig-Holstein-Augustenburg, der Minister Graf von Schim-