Band 
Fünfter Teil.
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189
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prägte sich ihm so fest ein, baß er nach breißig Jahren noch ans derErinnerung es zeichnen konnte. Dabei war er ein schneller Läuferunb schon früh ein kräftiger Lastenträger; auch achtete er hierwenig auf bas Einbringen bes spitzen Schwarzborns in bie bloßenFußsohlen, unb fein überlegtes Wesen ließ ihn sicher unb mühelosden winkenben bürren Ast aus ber Höhe herunterholen, ba wo anbereleicht zu Schaben gekommen wären. Im Winter jeboch kam fürihn wie für bie Vögel unb alle Tiere bes Walbes bie böse Zeit.Wenn jeder Schlag bes Holzmessers auf ben gefrorenen bürren AstWark unb Bein burchschütterte, wenn bie beeisten hohen Bäumesäst nicht zu erklimmen waren, wenn ber rauhe Winb bie bünnen^leiblein durchfuhr, wenn bie Füße fast abfroren, benn Strümpfegab es selten anzuziehen: bann war's „ein elenb unb erbärmlichLeben."

Zu Hause klapperte mittlerweile ber Banbstuhl unermüblichfort; sein Schlag war ber erste unb der letzte Ton, ber in derMinder Ohr fiel. Bereits war ber Bruder Johannes zum Spüle-wachen eingeführt worden, wenigstens für den Tag. Wenn dannRartin am Abend noch seinen Beitrag an die allgemeine Arbeitgeliefert, verwickelte Seidenbunde („Strängen") rasch geordnet^gewunden") und für den Bedarf der Spulen bis Mitternachtgesorgt hatte, durfte er nach Herzenslust die Bibel lesen. DieCutter stellte das schwache Öl-Ämpeli auf den Rand ihres^eidenrades, und Martin saß dabei auf niedrigem Holzblock. Solas er in zwei Wintern die Bibel dreimal durch von Anfang biszum Ende.

Kaum schien heilige Weihnachten ins Land, so rüstete er sich zum"Neujahrsingen". Diese alte Sitte galt auch Martins Eltern nicht^ls Bettel, sondern als ein Recht der Kinder. Vier, fünf Tagefo"g zog er mit einem Säcklein am Arm durch die Dörfer Kilch-°rtg, Zeglingen, Wenslingen und sang mit helltönender Stimme°° n Haus zu Haus:

„Hilf, Herr Jesu, laß gelingen,

Hilf, das neue Jahr geht an, u. s. w.

oder: