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Feldarbeit der Geschwister teilte, zog er unversehens ein Buchaus der Tasche und wußte dann von der Welt und den han-tierenden Brüdern nichts mehr. Nicht ein einziges Mal fehlte erin der Schule oder verspätete er sich; aber sein Drang zurSchule hatte zwiefachen Grund: Liebe zum Lernen und Scheu voranhaltender Handarbeit, und diese Beobachtung erregte zuerst dieBedenken des Vaters. Martin fühlte, daß eine schwere Zeit kom-men würde.
Er ging darum nach Sissach zum Statthalter und fragte umeine Schreiberstelle. Beim Gerichtschreiber, der infolge seiner Trunk-sucht nicht mehr schreiben konnte, fand er eine solche. Aber er hieltes nur acht Tage lang aus. Der närrische Prinzipal und dieAufgabe, zugleich auch den Gästen der Wirtschaft den Wein zureichen, vor allem aber das Heimweh, trieben ihn nach Hause zurück.Er ward mit Unlust aufgenommen und erhielt mit Mühe die Er-laubnis zu einem fernern Jahr des Schulbesuchs.
5. Nur schüchtern trat er den Schulweg wieder an. Neidloshatte er früher auf die bessere Lage und selbst den oft übermütigenLebensgenuß anderer geblickt und seine eigene Lage als eine selbst-verständliche hingenommen; ein reicher Ersatz dafür war ihm stetsder Erfolg auf der Schulbank gewesen und das Bewußtsein feinerFähigkeiten und Kenntnisse. Aber nun fraß sich nach und nacheine Art Schwermut in sein Gemüt ein. Sich beständig beiseiteund zurückgesetzt zu sehen, aus Gründen, die er nicht ändern konnte,und die er erst durch die Augen anderer als eine Last empfindenlernte, das raubte ihm die unbefangene Fröhlichkeit des Herzens,mit der er bis jetzt Hunger und Blöße ertragen hatte, und ver-bitterte ihm fast allen Umgang mit den Schulgenossen. Er hatteinfolge der glücklichen Entwicklung seiner Schullaufbahn einschweres Erlebnis gemacht. Unter den Mitschülern war einer, derdurch Geburt, mustergültiges Äußeres und glänzende Begabungzum Ersten der Klasse bestimmt erschien. Er blieb der Zweite.Sein verzehrender Ehrgeiz und seine leidenschaftliche Heftigkeitkonnten das nicht dulden, und so nahm er eine verbissene, feind-selige Haltung gegen seinen Nachbar an. Sein Vater, Mitglied