Band 
Fünfter Teil.
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1845. Der zu Rat gezogene Schneider hatte ihm Hosen und zeGilet, die für einen andern bestimmt waren, zu vermitteln gewußt; ^Jakob Meier verkaufte ihm eine Jacke, die seinem Sohn Samuelzu klein geworden war; ein Hemd trug er in einem Papier unter Za

dem Arm. — In Liestal nahm ihn Kettiger freundlich auf und so

erklärte ihm, daß er in das Pädagogiums in Basel eintreten müsse. ^

Er schenkte ihm zwei Fünflivres und versprach, die Geldverhältnisse ®

in Kürze zu ordnen. Einen Brief an Peter Merian sollte er am so

folgenden Tag persönlich abgeben. ou

7. Mit seinem Päckchen stellte sich Martin Glieder zuallererst un

ein beim Oheim an der Steinenbrücke. Er hoffte dort Quartier et l

für sich zu finden. Dieser Mann, ein Fabrikarbeiter, war unseliger ^

Trunksucht ergeben und hatte ein schönes Heimwesen in Läufel- ^fingen, von woher seine Frau stammte, verlassen müssen. In der ®lRevolution2), an der er regen Anteil nahm, hatte eine Kugel vonder Brust zum Rücken ihn durchbohrt, und er war nun leicht ge- 00bückt. Seine Frau war musterhaft fleißig. Als Mutter verzärteltesie, in die Wette mit dem Manne, ihr einziges Töchterlein, das fai

mit Leckerbissen gefüttert wurde. Die Verwandten begrüßten Martin 3sl

freundlich und besorgten ihm im Hause für die nächste Zeit ein ^Nachtlager. Dieses bestand in einem für schwarze Wäsche be-stimmten Lattenverschlag auf dem Estrich, worin am Boden einigeBettstücke ausgebreitet wurden. Kein Fenster oder Laden verschloßdie Lichtöffnung.

Der würdige Ratsherr Peter Merian sah den innerlich zit-ternden Petenten ernst an, sprach ihm dann Ermutigung zu und "icversah ihn mit einem Zirkular für die Lehrer des Pädagogiums.

Der Unterricht, den Glieder hier von der gediegenen Lehrerschaftempfing, war seine Wonne; von allen seinen Lehrern erhielt erBeweise ihrer Teilnahme und Zuneigung. Beim Eintritt in die Äa

höhere Schule war er, als zu spät eingetreten, unten angesetzt "le

worden. Als er Kettiger nach vier Monaten das erste Semester-

’) Obergymnasium.

*) Die Trennungsivirren von 1831—33.

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