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bescheidener Lehrer von Baselland hat es aber durch seine genialenSchöpfungen auf dem Gebiete des Basier Reliefs gleichwohl zu einemhochberühmten Namen gebracht. Es ist Joseph Bürgt, Lehrer inGiebenach, dann in Allschwil, der Schöpfer des Reliefs. Wir lassenihn selbst erzählen, wie es ihm nach langen, beharrlichen Versuchengelang, dieses neue, für die Wissenschaft und die Schule gleichwertvolle Anschauungsmittel zu schaffen:
„Im Spätherbst 1843 bemerkte Herr SchulinspektorKettigerin der Geographiestunde eines in Liestal abgehaltenen pädagogischenWiederholungskurses: ,Wenn der Lehrer so auf ein Brettlein nur.grobane'mit Lehm die Gebirgszüge und Rückendes Landes andeutete,so eine Art Relief verfertigte, so hätte er beim Kinde in der Anschauungweit mehr gewonnen als durch eine dreitägige mündliche Beschreibung.'Diese Äußerung war für mich eine Art Blitzstrahl. Gleich fuhr'smir durch die Seele: Mie, wenn man das Ding in Ton model-lierte und in Gips abgösse, so wäre die langwierige Arbeit derLehm-Bergzüge u. s. w. für jeden andern erspart, und das Dingkönnte am Ende doch ordentlich herauskommen.' Der Gedankeverließ mich nicht mehr. Den 11. Januar 1844 stand ich abendsum 6 Uhr am warmen Ofen in der Lehrerwohnung des Schul-hauses zu Giebenach neben meiner Frau und meinem dreijährigenschlafenden Kinde, sinnend und planierend. Plötzlich tat sichmeinem forschenden Geiste ein Türlein auf, kaum so groß, umeinen Gedankenblitz herauszulassen, und ich rief unwillkürlich:,Jetzt han-i's!'
Gleich am nächsten Morgen, lange vor Tag, war ich inLiestal bei einem Hafner und holte von diesem einen KubikfußTöpferton. Darauf modellierte ich nun mit Schwefelhölzchen dieBerge und Täler von Baselland. Vor Menschenaugen hielt ichalles verborgen. Den Mangel einer nur einigermaßen leidlichenKarte empfand ich ungemein tief. Ebenso fehlten mir die Angabenvon Berghöhen. Alles mußte ich durch eigene Anschauung undBetrachtung ersetzen. So brachte ich die Samstagnachmittage unddie Sonntage im Lande herumziehend zu, trug das Bild des Er-schauten, wie mit Eisengriffeln in die Seele geschrieben, mit nach