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Auf Anraten des Betriebsführers beeilen wir uns, da wirdie Fahrt „unter Tag" niitmachen wallen, unsere Kleidung miteinem Arbeiteranzug zu vertauschen, und nach wenigen Minutenfind wir völlig verwandelt am „Förderkarb". In sauberem Zwilchsmächtigen aus Knie reichenden Stiefeln, eine wetterfeste Schirm-kappe auf dem Kvpf, den wackern Grubenstock in der Rechten,die geheimnisvolle Grubenlampe in der Linken: sa stehen wir zurSeilfahrt in die Tiefe bereit. Jetzt ist die Reihe an uns. Indem zweistöckigen Fahrstuhl haben zusammen 50 Personen Platz..Dicht gedrängt stehen wir nebeneinander. Unser Führer erinnertuns daran, daß vor wenigen Wochen das Seil des Fahrstuhlsriß, und die ganze Kohlenladung unter furchtbarem Getöse in dieschauerliche Tiefe fuhr; zum Glück war niemand mitgefahren.Kaum ist der Fahrstuhl in Bewegung, so genießen wir auch schonden Segen unserer Schirmkappe. An den Seitenwänden rieselt dasWasser, und bald fühlen wir es naßkalt den Rücken hinunterlaufen.
Etwa 70 m mochten wir schon „unter Tag" sein, da, einRuck, und wir sind in der ersten Schicht d. h. im ersten Stockwerkangekommen. Wir fahren zur dritten in eine Tiefe von etwa000 i». Mit gespannter Erwartung steigen wir aus; denn jetzterst sind wir da angelangt, wo wir uns ein klares Bild machenkönnen von den Mühen und Gefahren des Bergmannes. Vondem 80—100 m 2 fassenden Raum, auf dem der Fahrstuhl hält,führen zunächst jiöei. tunnelartige Gänge, Strecken genannt,wagrecht in den Berg hinein. Unser Auge späht vergeblich, uman den Wänden die Kvhlenmasse zu entdecken. Wir wandernschweigend mit unsern Lichtern den dunklen Gang entlang. RechtSund links wechseln verschiedene Gesteine; Kalk und Schiefer herrschenvor. In der Ferne zittert ein Licht; es kommt näher. SeinTräger ist ein Pferdejunge von 17 Jahren. Die fahle Farbeund die schmale Brust lassen uns ahnen, daß der Aufenthalt hierunten keine Luftkur ist. Vergnügter empfängt uns der „Ober-pferdeknecht", der uns in gemütlichem Plattdeutsch seinen einerRäuberhöhle nicht unähnlichen, aus dem Steinmassiv gehauenenPferdestall zeigt. Die Tiere kommen das ganze Jahr nie ans