Band 
Fünfter Teil.
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303
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b«m „Burg-", jetzt St. Albangraben, lag das der Maria Mag-dalena geweihte Kloster der „Reuerinnen", auf dem Boden desheutigen Steinenschulhauses), mit St. Alban lange das einzige derStadt. Nach seiner Zerstörung durch den Grafen Rudolf vonHabsburg (1254) blieb es längere Zeit in Trümmern liegenund erhob sich erst 1275 wieder aus seinem Schütte. Nachdem eszu wiederholten Malen durch den Birsig schwer gelitten, zerfieles im Erdbeben, gelangte aber später wieder zu solcher Blüte, daßes nicht alle Messen und „Jahrzeiten"') bewältigen konnte.

Was vor dem alten oder innern Aeschentor lag, hieß Vor-stadt „zu Eschemertor" und umfaßte außer der heutigen Vor-stadt gleichen Namens auch die Gegend bis St. Elisabethen undgegen die alte Spitalscheuer — am Wege nach St. Marga-rethen— hin. Hier stand die Kapelle der heiligen Elisabethund neben ihr die Wohnung einiger Klausnerinnen.

IV. Erste Ummauerung der äußern Vorstädte.

So sah es zu Beginn des 14. Jahrhunderts um die Stadt aus.Als aber Handel und Gewerbe immer mehr Volk herbeilockten, dasdie Vorstädte besetzte, und als in den Fehden zwischen dem GrafenRudolf und Bischof Heinrich von Neuenburg diese allen Gefahre»und Angriffen ausgesetzt waren, da mußte man auch die äußernStadtteile durch Mauern und Tore gegen Überfälle sicher stellen.Schon früher scheint der Propst von St. Alban als „Grund-herr" diese Vorstadt mit Mauern und Graben umzogen zu haben;denn schon 1284 stand am Eingang in die Malenzgasse (dienach einem dort stehenden Malenz- oder Siechenhaus denNamen trägt) das Vridento r, benannt nach dem dort an-sässigen Geschlechte der „Vriden" oder Friden 2 ). Der Grabenzog sich von da hinter den Häusern der Vorstadt hin zum „Burg-"dem heutigen St. Albangraben.

Auch die Vorstadt „vor den Spaten" war schon im 13.Jahrhundert mit Mauern und Graben gesichert. Drei Tore ver-

') Jahrzeit nennt man die jährliche Totenfeier für einen Verstorbenen.

-) Vom Personennamen F r i d o, wozu Fridoli», Fridarich, jetzt Friedrich, u. a.