Band 
Fünfter Teil.
Seite
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langen Kette, die an diesem befestigt ist, hängt ein eiserner Kessel,das wichtigste Kochgefäß. Daneben steht ein seltsames Gerät,dessen Zweck wir nur schwer erraten. Es ist ein langes, schmalesGestell aus Eisen. In der Mitte ruht eine lange, spitze Eisenftange,an deren dickerem Ende eine Kurbel befestigt ist. Das ist der Bratspieß.Das Fleisch wird an den Spieß gesteckt und dieser vermittels derKurbel gedreht, so daß der Braten gleichmäßige Wärme bekommt.

Gegenüber dem Feuerraum steht das „Känsterli", der großeGeschirrbehälter, unten verschließbar, oben offen, mit Schäften undQuerstangen versehen, hinter denen das Geschirr reihenweis aus-gestellt ist. In den Schubladen liegen die zinnernen Löffel unddie zweizinkigen eisernen Gabeln. Auf dem Tisch in der Mitte derKüche stehen dreibeinige irdene Töpfe, außen unglasiert, innenmit brauner oder grüner Glasur überzogen. Daneben sieht mandie hölzerne Pfeffermühle, die Gewürzbüchslein aus Zinn und einpaar eiserne Lichtstöcke. Die Speisevorräte und Abfälle werdenin hölzernen Trögen aufbewahrt. Wir finden ein Mehltröglein,einen Mustrog, einen Schnitztrog und das Misttröglein.

Im zweiten und dritten Stock des Hauses befinden sich die„Kammern", d. h. die Schlafzimmer. Die bessere Kammer, dasSchlafzimmer der Eltern, liegt gerade über der Stube. Auch hier istder Fußboden mit Fliesen belegt, die Wände sind mit Holz bekleidet.Das Hauptmöbel der Kammer ist natürlich das Bett. Seine häufigsteForm war früher das Spannbett, eine längliche Bettstatt, die mitbreiten Gurten überspannt war. Darauf lagen der Strohsack, zwei„Lilachen" (Leinlakeu, d. h. Leintücher) und eine gesteppte Decke.Reiche Leute hatten ein Himmelbett. Bei diesem bildete die obereWand den Betthimmel, indem sie sich weit über das Kopfendewölbte, ein Gehäuse, das mit allerlei Verzierungen und prachtvollenSchnitzereien reich geschmückt war. Ein solches Prachtbett ist nochim Historischen Museum zu sehen. Es stammt aus derKartause'),dem jetzigen Waisenhaus, und diente dort im Kloster als Gastbett.

Vor dem Bett standen zwei Bett-Tröglein, ein niederes, woriilman über Nacht die Kleider aufbewahrte, und welches man beim

') Neulateinisch Oartiisia Mönchskloster (ursprüngl. nur das bei Grenoble)