Band 
Fünfter Teil.
Seite
375
JPEG-Download
 

Us em Zellertal ins Wisetal, gegen-em Bergwerch,

Und schangschiersch der Glauben u. wirsch e luthrische Chetzer!Han-i’s denn nit gsait, und han-i-mer’s echter nit vorgstellt?90 Aber jetz isch’s gscheh; was hilft jetz balgen und schmähle!Ändere chan-i’s nit, so will-i-der lieber gar helfe;

Dbbe bringsch-mer doch no Freud und heiter! Stunde!Halt-mer e wenig still, i will-di jetz lutherisch chleide.Barfiß darfsch nit go und roti Strümpfli nit trage.

95 Do sinn wiißi Bauwelestrümpf mit chünstliche Zwickle,(Leg-si selber a!) und Sehne und silbern! Rinkli;

Do ne grüene Rock; vorn breit verbendlete LibliBallt bis zue de Chnödlene-n abe Fältli an Fältli.

Sitzt-er recht? Tue d’Häftli i! und do isch e Brusttuech,

190 Sammet und roserot. Jetz flicht-i-der chünstlichi Zupfe 11 )Us de schöne, sufer gstrehlte flächsene Höre.

Obe vorn wiißen Äcken und biegsem in d’Zupfe verschlungn,

Fallt mit beiden Enden e schwarze, sidene Bendel

Bis zuem tiefe Rocksaum abe. — Gfallt-der die Chappe,

109 Wasserblaue Damast und gstickt mit goldene Blueme?

Zieh der Bendel a, wo in de Ricklene durgoht,

Unter de Zupfe dure, du Dotsch, und über den OhreFürsi mitem Letsch und abe gege-n-em Gsicht zue!

Jetz e side Fürtuech her, und endli der Hauptstaat:ll ° Zwenzig 18 ) Ehle 14 ) lang und breit e Mailänder Halstuech!Wie ne luftig Gwülch am Morgehimmel im FrüeligSchwebt’s-der uf der Brust und stigt und fallt mit-em Odem,Wählt 16 )-der über d’Achsle und fallt in prächtige ZipfleOber-e Ruggen abe; si ruusche, wenn-de-n im Wind gohsch!* 15 Het-me’s lang, se loßt-me’s henke, hör-i mi Lebtig. [isch,D’Ärmel, denk wohl, henksch an Arm, wil 's Wetter so hübschAß-me ’s Hemd 16 ) au siht und dini gattigen*) Ärmli,

Und der Schihuet nimmsch in d’Hand am sidene Bendel;D’Sunne gitt-der wärmer und schiint-der besser in d’Auge,^0 Wer-en in de Hände trait, und ’s stoht-der au hübscher!

*) gat(t)lich, gätlich (artig, passend, bequem, angenehm), nett.