Der Igel und der Hamster.
AIs der Igel spürte, daß der Winter nahte, bat er den Hamster,ihm doch ein Plätzchen in seiner höhle einzuräumen, damit er dortgegen die Rälte sich schützen könne. Der Hamster war es zufrieden,und der Igel zog ein. Raum aber befand er sich in der neuen Woh-nung, so machte er es sich bequem und breitete sich aus, so daß sichsein Wirt alle Augenblicke bald hier, bald da an den spitzen Stachelndes Gastes stach.
Jetzt erst erkannte der arme Hamster, daß er einen großen Zehlerbegangen hatte. Er schwur hoch und teuer, daß dies unerträglich sei,und bat den Igel, wieder hinauszugehen, da seine Wohnung für siebeide offenbar zu klein sei. Aber der Igel lachte und sprach: „Wemes hier nicht gefällt, der kann ja weichen- ich für meine Person binwohl zufrieden und bleibe."
Nach Nugust Gottlieb Nleißner.
Der Traum.
Es war ein niedlich Zeiselein,das träumte nachts im Mondenschein:
Es säh' am Himmel Stern bei Stern,davon wär' jeder ein Hirsekern,und als es geflogen Himmelauf,da pickte das Zeislein die Sterne auf.
Piep —
wie war das im «Traume so lieb!
Und als die Sonne beschien den Baum,erwachte das Zeislein von seinem Eraum.
Es wehte das Schnäbelchen her und hinund sprach verwundert in seinem Sinn:
„Nun hab' ich gepickt die ganze Nachtund bin doch hungrig aufgewacht!ping —
vas ist mir ein närrisches ving!" Viktor Blüthgen.
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