von einem solchen guten Kinde will ich euch erzählen.
Fritz war der Sohn eines armen vorfschusters. Lines Tagesmutzte er aus der kleinen Stadt, die nicht weit vorn Dorfe lag, einpaar Stiefel abholen und sah dabei in einem Schaufenster eine Schachtelwunderschöne, bunte Zinnsoldaten. Ach, wie herrlich die waren! Garnicht so gequetscht und dünn, wie die Zinnsoldaten sonst gewöhnlichfinö; nein dick und rund wie richtige Soldaten, die auf der Stratzemarschieren. Fritz hätte gar zu gern auch solche Soldaten gehabt.Sein Vater hatte ihm gesagt, er dürfe die Pfennige behalten, die erfür Schuhaustragen geschenkt bekäme, und nun sparte er und sparte.
Endlich, als schon fast ein Zahr herum war, hatte er eine Mark.„Hurra, nun kauf' ich mir Soldaten!" Sein herz klopfte vor Freudeund Erwartung. Der Weg zur Stadt führte durch einen dichten Laub-wald,- lustig pfiff er vor sich hin und malte sich schon aus, wie schöner mit den schönen, dicken Soldaten spielen würdet
va kam ihm ein andrer Zunge entgegen,- der trug ein enges,hölzernes Lauerchen. Ein graues vögelchen guckte ängstlich durchdas Gitter. „Ach, das ist ja eine Nachtigall!" rief Fritz. „Za," rühmtesich der Zunge, „die habe ich eben gefangen." — „Ach Gott, das armeTier, latz es doch wieder fliegen," bat Fritz, „sieh nur, wie es sichängstigt." — „So dumm," meinte der Zunge, „dafür gibt mir derVogelhändler wenigstens eine Mark."
„hier," rief Fritz, „ich habe auch eine Mark, gib -mir die Nach-tigall." — „Meinetwegen", sagte der Zunge, sah Fritzen lachend an,nahm die Mark und ging.
va stand nun unser kleiner Fritz mit seinem Käsig, und plötzlichdachte er betrübt an die schönen Soldaten. Aber das vögelchen sahihn mit so bittenden Augen an, datz er rasch das Gitter aufmachte.Und als das Tierchen nun aus seinem Gefängnis Hochslog und jubelndzwischen den Bäumen verschwand, da war es unserm kleinen Schuster-jungen, als hörte er aus weiter Ferne ein Glöckchen klingen, vielschöner und zarter als andre Glocken,- das machte ihn so selig, datzer sich vor Freude gar nicht zu lassen wutzte. Zn grotzem Bogen warfer den Käfig in den Busch und lief nach Hause.
Noch lange behielt er den hellen Silberglockenklang im Dhr undim herzen, und das kam ihm tausendmal schöner vor als die dicken,bunten Soldaten, die ja doch in ein paar Wochen entzweigegangenwären.
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