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Neben der Jagd suchten daher die Leute auch die Erzeng-niffe der Erde sich nutzbar zu machen. Die Natur selbstwies hiezu den Weg au. Sie bemerkten, daß die Körner,die aus der vollen Aehre in den tocfcvcu Boden fielen,wieder neue Früchte trieben. Auch sie streuten jetzt eineMenge reifer Körner in den Boden. Und siehe! grüneSaaten sproßten empor, aus den Saaten die Halme, anden Halmen die Aehren, in den Aehren die Frucht. Jedeseingestreute Körnchen gab hundertfachen Ersatz zurück. Einetreffliche Erfindung! Der Segen derselben war so groß,daß heidnische Böller voll Bewunderung und Dankbarkeitglaubten, ihre Götter wären einst selbst vom Himmel zuden Menschen herniedergestiegen, um sie den Ackerbauzu lehren.
Indeß gab es Gegenden, wo der Boden nicht so locker war,wo er, hart und schwer, unsägliche Arbeit erforderte. Wozudie Hände zu schwach waren, das vollbrachten Werkzeuge.Man zog mit zugespitztem Holze lange Furchen für denSamen. Auch konnte man die Erde mit Ochsenhörnern,oder mit den breiten Rippen verschiedener Thiere umgra-ben, wie man dieses bei neuentdeckten Völkern gesehenhat. Eine geraume Zeit mochte vergangen sein, ehe manden Pflug erfand. Bei den Aegpptiern wird derselbeschon sehr früh erwähnt.
Man bemerkte, daß bei anhaltender Dürre die Pflan-zen ermatteten, nach einem Regen aber schnell sich wiedererholten. Man bemerkte ferner, daß da, wo ein über-getretener Strom Schlamm zurückgelassen hatte, dieFruchtbarkeit größer war. Beide Entdeckungen wurdenbenutzt. Der Landmann gab feinen Pflanzungen einenkünstlichen Regen und brachte Schlamm auf seinen Acker,weit» kein Fluß in der Nähe war, der ihm solchen gebenkonnte. So lernte er begießen und düngen.
Um die Körner aus den Aehren herauszubringen, wärees mühsam gewesen, sie mit den Händen auszureiben. Leichter