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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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Ebenso zufällig soll die Erfindung des Glases ge-wesen sein. Phouizische Schiffer wollten sich am Ufereine Mahlzeit bereiten. Und als es ihnen an Steinenzu einem Herde fehlte, nahmen sie Stücke Salpeter ausihrer Schiffsladung und setzten ihre Töpfe darauf. DerSalpeter schmolz im Feuer, vermischte sich mit dem Sandeund der Asche und bildete zum Erstaunen der Schiffereinen glänzenden Strom, der kalt geworden den schönendurchsichtigen Stein, das Glas, gab. Doch dürfte dieseErzählung kaum auf Wahrheit beruhen, da bei der ge-ringen Hitze eines Kochfeuers der nothwendige Schmel-zungsproceß nicht denkbar ist, und da schon lange vordem Auftauchen der Phönizier in ägyptischen Grabgewölbenbereits Glasbläser abgebildet wurden.

Anfangs wurde das Glas nur zum Putze gebrauchtund den Edelsteinen gleich geschätzt. Noch um die Zeitder Geburt Christi war das Glas in hohem Preise. KeinKönig konnte ein Haus mit Glasfensteru bezahlen.

Von deni wichtigsten Einfiusse aber auf die geistigeAusbildung des Menschen war die Erfindung der Buch-stabenschrift. Wenn man recht deutlich sehen will,wie nützlich diese Erfindung ist, so darf mau nur an dieChinesen denken. Dieses Volk hatte in der frühesten Zeitkeine bestimmten Buchstaben, sondern für jedes Wort einbesonderes Zeichen, eine besondere Figur. Statt daß wirnur vierundzwanzig Buchstaben lernen dürfen, um alleWörter lesen und schreiben zu können, mußte man dortebensoviele Zeichen lernen, als Wörter in der Sprachewaren. Es sollen deren achtzigtausend gewesen sein. Werdiese alle verstand, d. h. wer lesen konnte, und hierübermochte Mancher wohl ein Greis werden war dortein Gelehrter. Bei uns kann schon ein Kind von sechsbis sieben Jahren lesen. Auch die Hieroglyphenschrift warsehr schwer verständlich. In Aegypten verstanden sie nurdie Gelehrtesten, und das waren die Priester, ihre heilige»

Weltgeschichte. 3