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Chaldäcr" jetzt zu einer öden Stätte voll Schutt und Ver-lassenheit geworden. Noch ist das Werk der Zerstörungnicht ganz vollendet, denn ehe die Steinbrüche, welchedie übermüthigen Chaldäerkönige in ihrer Stadt aufge-thürmt haben, erschöpft sind, werden noch Jahrhundertevergehen. Aber die kalte Habsucht der Chaldäer und diezerstörende Macht der Elemente werden das Gericht Gottesan Babylon fortsetzen bis zu seiner Vollendung, undkommen wird die Zeit, von der schon Jeremi as gesprochenhat: „Nie mehr wird man von dir Ecksteine undGrundsteine holen, sondern zerstört sollst dusein in Ewigkeit, spricht der Herr."
Nicht minder buchstäblich ersiillen sich die Worte derSchrift an Ninive, der Nebenbuhlerin Babylons. Auchdiese Stadt erreichte eine außerordentlich hohe Blüthe,und obwohl von den Medern und Babyloniern auf kurzeZeit niedergebeugt, erhob sie sich unter einer neuen Herr-scherfamilie zu neuem Glänze. Zuerst machte der KönigPhul den König von Israel zinsbar. Salmauassarführte die zehn Stämme Israels in die Gefangenschaft;Sancherib besiegte den König von Jnda. Aber auf diehöchste Blüthe folgte schnell der völlige Untergang. Derletzte König war Sarak oder Sardanapal. Unterseiner Regierung wurde Ninive von Kyaxares, Königvon Medien, erobert, damit sich das Wort des Propheten(Sophon.) erfülle: „Und der Herr streckt seine Handgegen Norden und vertilgt Assyrien, und machetdie schöne Stadt (Ninive) zur Einöde, zum weg-lasen Land und einer Wüste gleich. Dann lagernsich in ihr die Heerden aller unreinen Thiere,Nachteulen und Igel Herbergen in ihren Häu-sern, ihr Geheul ertönt in den Fenstern, Rabensitzen auf den Schwellen; denn ich vernichte ihreMacht. Das ist die herrliche Stadt, die sorglos