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heiser, und Niemand konnte sie hören. So lange ihrsaßet, prahltet ihr mit eurer Stärke, und als ihr auf-standet, konnte keiner stehen, ihr sielet über euere eigenenFüße. Ihr mußtet alle nicht mehr, wer und was ihr wäret:du nicht, daß du König, jene nicht, daß sie Unterthanenwaren." „Aber," sprach Astpages, „wenn dein Vatertrinkt, berauscht er sich nie?" „Nie!" „Und was machter denn?" „Er hört auf zu dursten, sonst nichts."
Wegen dieser und ähnlicher Einfälle gewann Astyagesseinen Enkel immer lieber. Er ließ ihn reiten lernen,schenkte ihm die schönsten Reitpferde und nahm ihn mitsich auf die Jagd. So wuchs Cyrus zum kräftigen Jüng-ling heran, und es kam nun die Zeit, wo er wieder nachPersien zurückkehren mußte.
Hier galt er bald für den angesehensten und rüstigstenMann im ganzen Lande. Eines Tages erhielt er vonHarpagus einen Hasen zum Geschenke. „Du möchtest ihn,"sagte der Bote leise und mit geheimnißvoller Miene, „allein,ohne daß Jemand zugegen ist, aufschneiden." Er thatdas und fand zu seinem Erstaunen in dem Bauche einenBrief. Harpagus ermunterte ihn hierin, die Perser zumAbfall von der inedischen Herrschaft zu bewegen und dannseinen tyrannischen Großvater selbst mit Krieg zu überziehen.Der Vorschlag gefiel ihm. Er wiegelte das Volk gegendie Weder auf, zog gegen seinen grausamen GroßvaterAstpages, besiegte ihn und ward Herr von Medien. Vonda eilte er von Stadt zu Stadt, von Sieg zu Sieg, er-oberte Lydien, Griechenland, das große Assyrische Reich,beinahe ganz Asien. Aus betn einstigen Hirtenknaben warder mächtigste König geworden. Die Freilassung der Judenjedoch war die folgenreichste und weltgeschichtlich wichtigsteThat seines reichen Heldenlebens. Ob bewußt oder un-bewußt, Cyrus handelte da als das Werkzeug der Vor-sehung, indem er in diesem unbedeutend scheinenden Volkedie große Zukunft rettete, deren Träger es war.