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X. Der Uebergang des Köliigs Xerxes über denHellcspont.
Unerträglich war der Schimpf bei Marathon dem stolzenDarius, König von Persien, und entflammte ihn zuräußersten Rache. Jetzt wollte er selbst gegen die Griechenziehen. Sein ganzes Reich mußte sich zu diesem Zugedrei Jahre laug rüsten. Da starb er. Terxes, sein Sohnund Nachfolger, setzte die Rüstung fort. Des Sieges ge-wiß hatte er nicht Lust, wie er prahlend sagte, kiinftigattische Feigen zu kaufen; er wollte sich des ganzen Lan-des bemächtigen und dann nur eigene Feigen essen. Nachder Unterwerfung Griechenlands gedachte er ganz Europazu überflutheu, bis der Himmel selbst die alleinige Grenzedes Perserreiches märe, und die Sonne kein benachbartesLand mehr beschiene. Doch dieser Uebermuth wurde bitterbestraft.
Alle Anstalten zu dem Zuge waren riesenartiger Na-tur. Sechsundfünfzig verschiedene Nationen, die dem Groß-herru unterthänig waren, wurden zu dein neuen Rache-zuge aufgeboten. Ganz Asien marin Bewegung: aus denentlegensten Gegenden kamen die Völker herangezogen.Die Menge war so groß, daß man sie nicht zählen konnte.Um ihre Zahl ungefähr zu bestimmen, ließ Xerxes zehn-tausend Mann abzählen, diese eng zusammentreten undum sie her eine Art Hürde ziehen. Dann ließ er diesehinaustreten und den für zehntausend Mann abgeschla-genen Raum mit andern füllen. Hundert und siebenzigMal füllte und leerte sich dieser Raum, und es warendemnach gegen 1,700,000 Menschen aufgeboten. Furchtbarwie die Landmacht war auch die Seemacht. Die Zahl derKriegsschiffe belief sich auf zwölfhundert, die noch vondreitausend Lastschiffen begleitet wurden. Au der Spitzedieser Millionen stand Xerxes selbst, wie ein Abgott vonseinen Völkern geehrt und zugleich gefürchtet.