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Begriffe waren, den Ebro als östliche Grenze bezeichnet,die sie nicht überschreiten sollten, mit der Drohung: wennsie sich erkühnten, Hinüberzugehen, oder Sagunt anzugreifen,so würden sie ihnen den Krieg erklären. Hierüber empört,bestlirmte Hannibal mit Gewalt Sagunt, bis die Einwohnernach achtmonatlicher verzweiflungsvoller Gegenwehr sichselbst mit all' dem Ihrigen verbrannten. Dann schrittder junge Held, nachdem er ein Heer unter seinem BruderHasdrubal in Spanien zur Sicherung der dortige:: Er-oberungen zurückgelassen, an der Spitze von 60,000 Mannund 40 Elephanten, kühn- über den Ebro. Wie früherdie Römer seine Vaterstadt heimgesucht hatten, so wollteer jetzt die Schrecken des Krieges nach Italien selbst hin-über tragen und den Todfeind auf seinem eigenen Bodenbekämpfen. Er drang überall siegreich vorwärts, zog überdas Grenzgebirge Spaniens, die Pyrenäen, dann durchGallien, jetzt Frankreich genannt, und stand, gestärkt durchdie Bündnisse gallischer Fürsten, im fünften Monate nachseinem Aufbruche aus Neukarthago am Fuße der Alpen.Hier aber schien die Natur der Gegend seinem Siegeszugeeine Grenze setzen zu wollen.
In der Mitte zwischen Italien und Gallien erstrecktsich in furchtbarer Höhe das Alpengebirge, gleichsam alseine feste, unübersteigbare Mauer zwischen beiden Län-dern aufgethürmt. Ringsumher starret Alles von Schneeund Eis, zackige Felsenspitzen ragen bis in die Wolkenhinein. Hier war nicht Stadt, nicht Dorf, kein gebahnterWeg führte über die rauhe Bergöde. Nur wilde Thiereschweiften umher und halb verwilderte Menschen, die inelenden Hütten oder in Felsschluchten ihr trauriges Lebenzubrachten. Ueber dieses Gebirge sollte nun zum ersten-male ein ganzes Heer setzen, Menschen, Pferde, Elephanten,Wagen und Gepäck, und das gerade in der kalten Herbst-zeit, wo Alles um so schrecklicher war, zumal für die andie Gluthsomie Afrika's und Spaniens gewohnten Krieger.