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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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via krönt öcit Sieger, Roiua führt die Zügel. Auf dem an-dern ziehen Nöiner mit den jüdischen Gefangenen unter demSchalle der Tuba durch einen Triumphbogen, die Beuteaus dem Tempel zu Jerusalem tragend, den siebenarmi-geu Leuchter und den goldenen Opfertiich, welche alsWeihgeschenke nach der Unterjochung Palästina's im Tempeldes Friedens aufgestellt wurden. So predigt uns die-ses Man u m ent aus d e m er st e n Ja h r h n n d e r theute noch jenes furchtbare Strafgericht Got-tes au dem auserwählteu Volke Israel.

Die Judeu waren im Jahre 64 v. Chr. unter dasJoch der Römer gekommen. Nur ungern trugen sie das-selbe. Sie empörten sich sehr oft gegen die römischen Statt-halter. Als daher unter Kaiser Nero eine neue Empörungausbrach, ward Vespasiau als Feldherr gegen die Judengesandt, um mit der größten Strenge wider sie zu ver-fahren. Sie ivehrten sich wie Verzweifelnde. Sechs Wochenlang lag das römische Heer vor Jotapata, ehe es diesenbefestigten Flecken erobern konnte; 40,000 Jndeu verlorendabei ihr Leben. Dann schickte Vespasiau sich an, Jeru-salem zu belagern. Da er aber inzwischen von seinenSoldaten zum Kaiser ausgerufen wurde, übernahm seinSohn Titus den Oberbefehl.

Jerusalem war so stark befestiget, daß die Stadt mitWaffengewalt kaum bezwingbar schien. Titus wünschte ihrerzu schonen und bot den Eingeschlossenen Verzeihung an, abersie wollten sich durchaus nicht ergeben. Die Noth wurdeimmer größer, das Elend immer entsetzlicher. Eine Mutterschlachtete ihr eigenes Kind und davon. Soldaten wit-terten den Geruch auf der Straße, gingen in das Hansund fragten drohend, woher sie das Fleisch habe. Siezeigte ihnen den Nest von der Leiche ihres Kindes. AlsTitus hievon hörte, schauderte es ihn. Er bot der Stadtnochmals Verzeihung an, aber vergebens. Es mußte sicherfüllen das Wort des Propheten:Es werden Tage