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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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eitlen Begriff. Selbst das Meer wurde eingeengt, umdie Wohuuugeu dahin zu erweitern, der Marmor hiezuaus weit eutlegeueu Ländern mit vielen Kosten Herbeige-fahren. Lucnllus, der aus Kerasnnt (Kerisonte) inAsien die erste» Kirschbäume für seine Lustgärten mitbrachte,ließ Berge ebnen und Seen ausgraben, um Seefischeim Meerwasser mitten im Lande halten zu können. Einstlud er den Cicero und Pompejus zu einem Gastmahleein, deffen Werth Cicero selbst auf 10,000 Thaler an-schlug; und dennoch entschuldigte sich der Haushofmeisterdes Lucnllus mit der geringen Aurichtüng, weil die Tafelzu spät bestellt worden sei. Seefische in großen Teichen naheam Meere zu füttern, war eine stehende Liebhaberei gewor-den. Dem Hirrus kostete seine Fischerei jährlich 200,000Thaler. Ebenso groß war die Verschwendung in andernDingen. Hortensius, der selbst seine Bäume mit Weinbegoß, hinterließ noch 10,000 Eimer von dem köstlichstenChierweine. Crassus hielt sogar nur den für reich, welcherein ganzes Heer auf eigene Kosten unterhalten könne.Atticus, Cicero's Freund, hatte von seinem Vater etwa100,000 Thaler geerbt und hieß dennoch nur ein Mannvon geringem Vermögen. Luxusartikel wurden aus allenWeltgegenden verschrieben. Nicht das Einfache und Na-türliche, sondern das Seltene gefiel; überall sollte dieKunst die Natur verdrängen. Ein einziger fremder Fischkostete oft mehr als ein fetter Ochs. Die Häuser derGroßen wimmelten von Sklaven aller Art. Diese warenzum Behufe verschiedener Dienste ordentlich in Familieneingetheilt. Die Landhäuser mußten besondere Zimmer mitbesonderen Einrichtungen für jede Jahreszeit haben. Dieherrlichsten Bildsäulen der Götter und Helden Griechen-lands dienten zürn Schmucke ihrer Gärten.

Doch wurden die Götter nicht mehr verehrt. Die Scheuvor den Göttern rnachte der aberglänbigsten Furcht undder wildesten Ungebnndenheit Platz. Denn wo kein Glaube