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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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als Thorheit. Die mosaische Lehre war ihm zu eng-herzig und feindselig. Auch die christliche Religion sprachihn nicht an; denn ihren wahren Geist hatte er nicht er-faßt. Er hatte sie auf seinen Reisen bei den Griechen inKleinasien kennen gelernt, dort aber leider nur heftigeReligionsstreitigkeiteu der einen Partei gegen die andere,nicht aber den Geist christlicher Liebe und Duldsamkeitgefunden. Demnach faßte er den Entschluß, der Begrün-der einer neuen Religion zu werden, die, wie er meinte,durch die Verschmelzung der drei Hauptreligionen dievollkommenste sein und das gesunkene Volk seines Landesin verjüngter Kraft wieder erheben sollte. Einen Anhangsuchte er sich dadurch zu verschaffen, daß er sich für einenGesandten Gottes erklärte und himmlische Erscheinungenvorgab, in denen der Engel Gabriel niit ihm verkehrthabe. Der Erfolg seiner Lehre war anfangs gering, seineErscheinungen wurden verspottet. Später aber wuchs dieZahl seiner Anhänger, so daß seine eigenen Stammgenossen,die Kureischiten, aus Besorgniß für die alte Religion derVäter, ihm nach dem Leben trachteten Da floh er nachder den Kureischiten feindlichen Stadt Jatreb, wo seineLehre bereits Eingang gefunden hatte, und wurde dortmit Jubel empfangen. Die Stadt selbst führte seitdem ihmzu Ehre den Namen Medina al Nabi, d. i. Stadt desPropheten, später gewöhnlich nur Medina. Diese Flucht,Hidjrah, Hegira, (spr. Hidschrah) genannt, fällt auf den15. Juli 622 und ist bei den Muhamedanern der Anfangs-punkt ihrer Zeitrechnung, wie bei uns die Geburt Christi.

Muhamed's Lehre heißt in der arabischen SpracheIslam, d. i. völlige Hingabe an Gott; wer sich dazubekennt, heißt Muslim d. i. Gläubiger. Die Priesterwurden Im aus, die Mönche Derwische, ihre Gottes-häuser Moscheen genannt. Das Buch, in welcheni dieLehre von seinem Schwiegervater und Nachfolger Ab»Bekr verzeichnet wurde, heißt Koran d. i. Buch.