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den Herzog Rudolf von Schwaben zu ihrem Könige.Von nun an theilte sich Deutschland in zwei große feind-liche Heerlager. Mit Heinrich käinpften alle simouistischeuBischöfe und Aebte; er verheerte rücksichtslos die Länder,so daß sie zur Wüste verödeten. Rudolf und die Seinigeustritten für bessere Ordnung und Sitte und erklärten sichbereit, dem Papste die Entscheidung über die Königskronezil überlassen. Lange zögerte Gregor. Als aber der Bür-gerkrieg unablässig fortwüthete, Heinrich beharrlich demPapste den Weg nach Deutschland versperrte, und die Für-sten den Papst mit bittern Klagen über sein unheilvollesZögern überhäuften, schritt dieser endlich im Jahre 1080auf einer großen römischen Synode von ungefähr 100Bischöfen zum Endurtheil: erklärte den König Hein-rich wegen seiner vielen und großen Verbre-chen für abgesetzt und erkannte Rudolf als recht-mäßig erwählten König von Deutschland an.
Hieraus ließ Heinrich durch seine deutschen und lom-bardischen Bischöfe auf einer Versammlung zu Brixeuden Papst noch einmal absetzen und den Bischof von Ra-venua, Guibert, einen rohen Krieger, an seine Stellezum Papste erheben. Von ihm wollte er sich als Kaiserkrönen lassen. Alsdann zog er nach Rom und belagertedie Stadt beinahe drei Jahre lang.
Papst Gregor fand nebst der tapfern und klugenMarkgräfin Mathilde eine Stütze an dem kriegerischenVolke der Normannen. Ihr tapferer Herzog RobertGuiscard leistete dem in Rom bedrängten Papste Hilfeund gewährte ihm, da er der Uebermacht weichen nmßte,in Salerno eine sichere Zufluchtstätte. Heinrich undGuibert hielten hierauf in Rom ihren Einzug; Heinrichsetzte Guibert auf den päpstlichen Stuhl, und dieser machteden abgesetzten König zum Kaiser. Papst Gregor wankteindessen keinen Augenblick; er hielt fest am Rechte, auchniittcn im Unglück. Doch sollte er der Kirche nicht mehr