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Voll Begeisterung für ihren neuen Beruf wandte sichJohanna an Baudricourt, den Befehlshaber der be-nachbarten Stadt Vaucouleurs, und ward von ihm nachChinon, unweit Orleans, der Residenz Karl's gesendet.Ohne irgendwelche Furcht trat sie hier vor den Königund sprach in prophetischem Tone zu ihm: „WohledlerDauphin, ich bin Johanna, die Magd. Mir ist vomHimmel der Auftrag geworden, Euere Feinde von Orleanszu vertreiben und Euch nach Rheims zu führen. Dortwerdet Ihr, nehnit Ihr meine Dienste an, die Krone vonFrankreich empfangen, die Euch gebührt." Obwohl dieJungfrau nie vorher den König gesehen hatte, so soll sieihn doch auf der Stelle aus den anwesenden Hofleuten her-ausgefunden und ihm Geheimnisse entdeckt haben, die aufnatürliche Weise kein Mensch außer ihm wissen konnte. Auchsoll sie ein in der St. Katharinenkirche zu Fierbois befind-liches Schwert, welches seit vielen Jahren ganz in Ver-gessenheit gerathen war, genau beschrieben und dasselbebegehrt haben. Solche und ähnliche Gerüchte verbreitetensich unter das Volk. Alle brannten vor Begierde, dasWundermädchen zu sehen, welches Gott sich zur RettungFrankreichs auserkoren habe. Da erschien Johanna zurLinken des Königs auf einem prachtvollen Streitrosse, imAngesichte einer ungeheuern Volksmenge, von der sie mitlautem Zurufe begrüßt wurde. Sie trug in der Handein Banner, auf dem man den Allmächtigen, von unzäh-ligen Lilien umgeben, in Gestalt eines ehrwürdigen Grei-ses, mit der Weltkugel in der Hand, erblickte. Den Zu-schauern erschien sie als ein überirdisches Wesen. Allewurden begeistert. Alle hielten sich für unbesiegbar unterder Fahne der Jungfrau und griffen freudig zu denWaffen.
An der Spitze des Heeres eilte die Jungfrau, in dereinen Hand das Schwert, in der andern die Fahne, genOrleans, um der hart bedrängten Stadt Lebensmittel