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für alles Unrecht, das bei ihnen vorfiel. Sie urtheiltenauch unter einander über kleinere Dinge; wichtigere wur-den vor das Gericht der Hundertschaft gebracht. Von demGerichte der Hundertschaft ging man weiter an das Ge-richt der Grafschaft und von diesem an den König. Baldkamen nur höchst selten mehr Verbrechen vor. Wer seineBörse am Abend verloren, der durfte sich ruhig schlafenlegen; denn am andern Tage erhielt er dieselbe ganz ge-wiß wieder zurück. Goldene Armbänder, an Landstraßenaufgehängt, rührte Niemand an. Die von den Dänen zer-störten Klöster wurden wieder aufgebaut. Schulen errichtet.Gelehrte und Künstler herbeigerufen.
Alfred war auch der Begründer der Universität Ox-ford. Ja, er widmete sich sogar selbst den Wissenschaften,dichtete Volkslieder und übersetzte die berühmte Schrift desBoethius von „dem Troste der Philosophie", die Welt-geschichte des Orosius, die Kirchengeschichte Englandsvon Beda Venerabilis aus dem Lateinischen in's Eirg-lische. Er hatte die vierundzwanzig Stunden des Tagesin drei gleiche Theile getheilt: acht Stunden weihte erden Negierungsgeschäften, acht den Uebungen der Wissen-schaft und der Andacht, die letzten acht Stunden der Pflegedes Körpers, dem Essen, dem Schlafe und sonstigen noth-wendigen Erholungen. Alfred hat seiner Nation einenAnstoß zur Bildung gegeben, der noch lange mächtig nach-wirkte. Mit ihm beginnt eine neue Periode der angel-sächsischen Literatur, die sich rasch entwickelte und aus-dehnte.
König Alfred war ein Spiegel der Könige für alleZeiten, als Held zugleich und als Regent, als Manndes Schwertes, der Kirche, der Wissenschaft. Er selbstwar seinem Volke in Gesinnung und Lebensweise dasschönste Vorbild; die Schule des Unglücks, die beste Leh-rerin des Lebens, hatte, wie er selbst in seinen Schriftenes ausspricht, sein Herz entwickelt und seinem Geiste Men-