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ein, brach gegen die Verbündeten auf, die unter AnführungBli'icher’s und Wellington’s ihm entgegentraten, wurdeaber bei Waterloo gänzlich geschlagen und nach Paris zu-rückgetrieben. Abermals musste er dem Throne entsagenund wurde dann nach St. Helena verbannt, wo er amS. Mai 1821 starb, umgeben von seinen ihm getreuen Ge-nerälen Bertrand, Montholon, Gourgaud und Las Gases. DieMonarchen Oesterreich’s, Russland’s und Preussen's schlössenmit Ludwig XV111. den zweiten Pariser Frieden, dannunter sich den heiligen Bund, den Frieden aufrecht zuerhalten, und beendigten (1815) den Congress zu Wien,wo die einzelnen Staaten Europa’s überhaupt undDeutschland insbesondere den Besitzstand erhiel-ten, welchen sie beinahe alle jetzt noch haben.An die Stelle des aufgelösten deutschen Reiches trat jetzt derdeutsche Bund: eine enge Verbindung aller deutschenStaaten, 39 an der Zahl, zur Erhaltung der innern und äus-sern Sicherheit Deutschland’s und der Unverietzlichkeit dereinzelnen Bundesglieder. Mit der Regelung der Bundesan-gelegenheiten wurde eine zu Frankfurt am Main bestän-dig tagende Versammlung beauftragt, bestehend aus Gesand-ten der 39 Staaten, unter dem Vorsitze von Oesterreich.
Die zweite oder die Juli-Revolution.
Auf Ludwig XVIII. folgte sein Bruder
Karl X. (1824), der im Jahre 1830 Algier eroberte undzur französischen Kolonie machte. Als er aber die Rechtedes Volkes beschränken wollte, entstand ein grosser Volks-ausiauf. Die Deputirten erklärten die ganze alte Linie desThrones verlustig und ernannten den Herzog von Orleans,Loüis Philipp, zum Könige (1830). Karl begab sich nachOesterreich und bezog ein Schloss bei Prag, wo er 1838 starb.
Die Vorgänge in Frankreich wirkten auch auf andereLänder und fanden vielfache Nachahmung; zuerst in Belgien,wo die Belgier und Holländer sich bekämpften und endlichsich von einander lostrennten, so dass auch Holland eineigenes Königreich bildete. In demselben Jahre erhob sichauch das Herzogthum Warschau, das der Wiener Gongress