269
zwanzig verschiedene Völker Indiens für das Christen-thum gewonnen. Nachdem der große Apostel Indien undJapan durchzogen, wollte er auch noch China bekehren.
„Seelen, Seelen muss ich haben,
Sattelt euch nur hölzne Roß!
Ueber Wellen mußt ihr traben,
Drucket nur vom Ufer los!" (Spee.)
Aber Gott setzte plötzlich seiner Siegeslaufbahn eineGrenze: erstarb am 3. Dezember 1552 auf der einsamenInsel Sancian im Angesichte von China.
Was Franz Taver zu leisten nicht vermocht hatte,das vollbrachten Andere. Die Hinopferung der Jesuitenzur Bekehrung der Chinesen gereicht dem Orden zumewigen Ruhme. Was weder den Franziskanern, noch denDominikanern vorher gelungen war, das brachteil dieSöhne des hl. Jgnatius zu Stande. Um sich bei denChinesen Eingang zu verschaffen, studirten sie chinesischeSprache und Geschichte, nahmen das ganze Formen-wesen der Chinesen an, kleideten und geberdeten sich wieChinesen, speisten mit Stäbchen, trugen das Haar imZopfe. Wegen ihrer Gelehrsamkeit genossen besonderesAnsehen die beiden Jesuiten Ricci und Adam Schall.
Nicht minder erfolgreich wirkte der Orden im fernenWesten, an den Strömen, in den Ebenen, in denThälern des neu entdeckten Welttheiles. Erst durch dieJesuiten haben lvir viele Völker Südamerika's kennen ge-lernt. Was haben diese Glaubensboteu nicht geduldet,geleistet, gelitten! Wie viele fanden nicht ihr Ende inStürmen auf dem Meere, im Sande der Wüste oderdurch vergiftete Pfeile der Indianer, durch den Bißwilder Thiere, durch die Streitaxt der Wilden, — unddoch waren immer wieder Begeisterte, die den Spurender Verlornen nachgingen und ihren Schweiß und ihr Blutopferten, um Wilde, die oft nicht einmal eine Spur desgöttlichen Ebenbildes zu haben schienen, zu wahren