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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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Sache steht so," schrieb Tilly am 4. Mai an die Mag-deburger, „daß es in meiner Hand ist. Euch mit Weibund Kind zu verderben. Deßhalb mahne ich Euch wohl-meinend und ernstlich, verschließet Euch nicht die Gnaden-thüre. Ihr werdet es doch nicht zum Aeußersten kommenlassen, es wäre mir selber ernstlich leid." Allein dieBürger vertrauten auf das Wort Gustav Adolf's, der ver-sprochen hatte, Magdeburg nicht im Stiche zu lassen. Wohlwünschten Einige die Uebergabe der Stadt; aber sie hattennicht einmal den Muth, sich anszusprechen gegenüber denWühlern, die da schrieen: „Ehe wir vom Kaiser etwashören wollen, soll kein Stein auf dem andern bleiben."Noch einmal mahnte Tilly am 12. Mai die Bürger vonMagdeburg an die Pflichten gegen Kaiser und Reich.Vergebens! Zwar war die Stimmung der Bürgerschafterschüttert. Viele verlangten nun die Uebergabe, aberFalkenberg sprach gegen dieselbe bis zum letzten Augen-blicke. Da traf Tilly, wenn auch niit Widerstreben,Anstalten zum Sturm; sein Kriegsrath ließ sich nichtmehr länger beschwichtigen.

Am 20. Mai früh morgens 4 Uhr sollte der Sturmbeginnen. Tilly gab jedoch das versprochene Zeichen nicht;er hatte die Nacht im Gebete zugebracht. Pappenheimwartete voll Ungeduld bis 7'/» Uhr, dann stiirmte erauf eigene Faust. In kurzer Zeit befanden sich seineTapfern in der Stadt. Die Behörden waren gerade imRathhaussaale versamnielt. Da ertönt plötzlich die Sturm-glocke. Falkenberg ivirft sich auf sein Streitroß, holt einRegiment herbei und stürzt den Kaiserlichen entgegen,drängt sie zurück, wird aber verwundet und in ein Hansgetragen. Man hat weiter Nichts mehr von ihm er-fahren, vielleicht ist er verbrannt. Dessenungeachtet fälltes den Pappenheimern noch immer schwer vorzudringen.Erst gegen 10 Uhr brechen die Kaiserliche:: in hellen Hau-fen wie eine Sturmfluth in die Stadt ein. Jetzt setzen