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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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und Gefahr der Belagerten. Ani 6., 7. und 8. Septem-ber wurden wieder neue Minen gesprengt, und dasFeuer und die Stürme mit einer Wuth verdoppelt, derdie Belagerten doch am Ende hätten unterliegen müssen,wäre der Entsatz nicht so nahe gewesen. Schon hatteStahremberg von dem höchsten Thurme der Stadt, vonSt. Stephan, schnell nach einander ganze Garben vonRaketen als Zeichen der höchsten Noth emporsteigen lassen.Da endlich — es war den 11. September des Abendsfünf Uhr — zeigten sich auf den Höhen des Kalenbergesdie ersten befreundeten Truppe», und einige Kanonenschüsseverkündeten die nahe Errettung. Ein Augenblick trug dieFreudenbotschaft von Mund zu Mund. Ein Augenblickverwandelte die allgemeine Verzweiflung in lauten Jubel.Sobieski hatte Wort gehalten: er kam, wenn auch spät.Erst am 15. August war es ihm möglich gewesen, mit25,000 Mann von Krakau aufzubrechen, und dies nur mitHilfe des Geldes, das Papst Jnnocenz XI. gespendethatte. Die Augen Europa's waren auf Wien gerichtet,in allen Kirchen war auf Befehl des Papstes das Aller-heiligste ausgesetzt. Ein Triumphbogen in Olmütz, unterwelchem Sobieski durchziehen mußte, trug die Inschrift:„Wir erwarten den Retter."

Ani 12. September, mit den ersten Strahlen derMorgensonne, stieg das christliche Heer in schön geordne-ten Zügen mit wehenden Fahnen und klingendem Spielevon den waldigen Höhen des Gebirges in die Ebenehinab. Sofort begann der Angriff. Die Fürsten undihre Völker stritten mit wetteifernder Tapferkeit, allenvoran aber der König Johann, der mit eigener Handmehrere Türken erschlug und einen Roßschweif eroberte.Entsetzen kam über die Barbaren. Sie wichen bestürztzurück. Bald wogte und tobte Alles in der wildestenUnordnung, in rath- und thatloser Flucht durch undwider einander. 25,000 Mann fielen unter dem Sieges-