351
er 1790 starb, trauerte die ganze Nation nm den großenTodten, und auch in Frankreich ordnete auf Mirabeau'sVorschlag die Nationalversammlung eine dreitägige Traueran. Auf seinem Grabsteine aber stehen die merkwürdigenWorte, die er sich selbst als Grabschrift wählte: „Hierliegt der Leib Benjamin Franklin's, eines Buchdruckers,als Speise für die Würmer, gleich dem Deckel eines altenBuches, aus welchem der Inhalt herausgenommen, undwelches seiner Inschrift und Vergoldung beraubt ist; dochwird das Werk selbst nicht verloren sein, sondern einstwieder erscheinen in einer neuen, schönern Ausgabe, durch-gesehen und verbessert von dem Verfasser."
Diesen zwei großen Männern Washington und Franklinhat Anierika seine Freiheit und Unabhängigkeit zu verdanken.Wohl entstanden bald nachher Parteiungen, die das verknü-pfende Band der Einheit wieder lockerten. Während die einePartei größere Unabhängigkeit der einzelnen Staaten voneinander erstrebte, wollte die andere eine noch engere Ver-knüpfung zu einem Ganzen. Dazu kam, daß die Süd-staaten mit Hartnäckigkeit auf der Beibehaltung des Skla-venhandels bestanden, der in den Nordstaaten bereits ab-geschafft war. In dem Streite hierüber haben sich imJahre 1861 die Südstaaten von den Nordstaaten förmlichlosgesagt und eine eigene Regierung eingesetzt. Es kamzu einem höchst blutigen Kriege, der vier Jahre lang zuWasser und zu Land fortwüthete. Erst der große Sieg,den im Jahre 1865 der Oberanführer der Nordstaaten,General Graut, über den Oberanführer der Südstaaten,General Lee, erfocht, führte den Frieden wieder herbei.Das aus dem furchtbaren Kampfe siegreich hervorgegangeneNordamerika hat die frühere Union (Vereinigung) wie-der hergestellt und in feierlicher Weise die Abschaffungder Sklaverei verkündet. Möge nunmehr der Segen desFriedens ein festeres Band um die wieder vereinigte»Staaten Nordamerika's, die größte Republik des ganzenErdkreises, knüpfen!