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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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der Staatsluust, in dem Ingrimm der Glaubeuswuth,in der Roheit und Grausamkeit der damaligen Sittenzn finden vermag. Und wenn Papst Gregor XIII. beider ersten Kunde davon in Rom feierlich Danksagungenhalten ließ, so war er eben falsch berichtet worden, näm-lich, man habe eine Verschwörung der Huge-notten entdeckt, wodurch König und Reich ge-rettet seien.

Noch interessanter ist zu lesen, wenn ein Dichter derSchule Voltaire's den Cardinal von Lothringen einführt,wie er die Dolche der Katholiken zu diesem Blutbadeeinweiht; aber für die Glaubwürdigkeit dieses Dichtersist es ein ärgerlicher Streich, daß der Cardinal an jenemTage zur Papstwahl in Rom sich befand, da Pius V.eben gestorben war. Es saß überhaupt weder ein Car-dinal, noch ein Bischof, noch ein Weltgeistlicher, noch einOrdensmann im Mordrathe; wohl aber haben katholischeBischöfe, wie der edle Johann Hennuyer von Lisieux,sogar gegen königlichen Befehl, die Hugenotten ihresSprengels in Schutz genommen und ihren Klerus aufge-fordert, sich der Verfolgteil in Wort und That anzuneh-men; dafür hatten sie die Freude, unzählige Hugenottenzur katholischen Kirche zurückkehren zu sehen.

Ebenso dürfen die Hugenotten nicht etwa als die nn-schuldig Verfolgten angesehen werden. Während der dreiBürgerkriege in Frankreich wurden von den Hugenottenfünfzig Kathedralen und 500 kleinere Kirchen der Katho-liken mit fanatischer Hand zerstört. Am 29. September1567 fand zu Nismes die unter dem Namen der Mi-chelade bekannte Mordscene statt, in der achtzig ange-sehene Katholiken von den Hugenotten aus den Häuserngerissen und in einen Brunnen gestürzt wurden. Es zeugtvon der Erbitterung, mit welcher die Hugenotten kriegten,wenn nian liest, daß Briquemaut, einer ihrer Führer, einHalsband von Ohren ermordeter Priester trug. Nach solchen