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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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uub schrieb unter Anderem an den Vicekönig von Ita-lien :Glaubt denn der Papst, daß ob des Bannes mei-nen Soldaten die Waffen aus den Händen fallen werden?"Aber schon drei Jahre später heißt es in einem Armee-bericht von den Schneefeldern Rußlands wörtlich:U n-fern Soldaten fallen die Waffen aus denHänden."

Es wurde nun dem Papste auf alle mögliche Weisezugesetzt, seiner weltlichen Regierung zu entsagen, seineResidenz in Paris zu nehmen und von dort aus dieKirche zu regieren. Der Papst blieb unerschütterlich fest.Da wurde er in der Morgendämmerung des 6. Juli 1809in einen Wagen gesetzt und gefangen nach Frankreich ab-geführt. Weil er aber dort zu viele Theilnahme fand,schleppte man den todschwachen Greis nach Savona imitalienischen Gebiete zurück. Dainals stand Napoleonauf den: Gipfel seines Glückes. Der ganze Continentbeugte sich vor ihm, nur der wehrlose und gefangenePapst wagte es, ihm entschiedenen Widerstand gu leisten.Napoleon ernannte neue Bischöfe, der Papst erklärtederen Wahl für null und nichtig. Dafür wurde dem-selben sogar alles Schreibmaterial weggenommen. Zuseinem Unterhalte erhielt er täglich nur fünf Paoli, sodaß er von den Bürgern Savona's Almosen nehmenmußte. Aber dieses unerhörte Verfahren gegen den Va-ter der Christenheit verwickelte den Kaiser in endlose Ver-legenheiten und bereitete seinen nahen Sturz vor.

Im Jahre 1812 unternahm Napoleon seinen ver-hängnißvollen Zug nach Rußland und erließ vondort den Befehl, den Papst von Savona nach Fontai-nebleau bei Paris zu bringen. Die Reise war fürden schwachen und kranken Greis eine schmerzvolle, undda man schonungslos mit ihm fort eilte, kam er zu Fon-taineblean in einem Zustande an, daß man für sein Lebenfürchtete. Bald kehrte der Kaiser, zum ersten Male