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tn aer Grafschaft Kerry, Daniel O' C o n n e l l ge-boren. Als Knabe von neun Jahren saß er einst sin-nend am Tische und lauschte still den Gesprächen undKlagen über die Bedrückung Irlands. Einer der An-wesenden bemerkte es und fragte Daniel, worüber erdenn nachdenke. Da erhob sich der neunjährige Knabemit seinen feurigen Augen und rief gleichsam in prophe-tischem Tone: „Ich will noch einmal einen Rumor inber Welt anfangen." Dieses Wort sollte sich bald erfüllen.
Mit sechzehn Jahren wurde O'Connell zur wettern Aus-bildung in das Jefuitenkollegium zu St. Omer in Frank-reich gebracht; er mußte aber wegen Kriegsunruhen schonim nächsten Jahre wieder in seine Heimath zurückkehren,wo er sich dem Studium der Rechtswissenschaft widmete.Im Jahre 1797 ließ er sich als Anwalt in Dublin nie-ver und erfreute sich gleich bei seinem ersten Auftretengroßer Erfolge. Nichts desto weniger weihte er von nunan den größten Theil seiner Kraft der Rettung seinesunterdrückten Vaterlandes. Die Gleichstellung derKatholiken mit den Protestanten und dieSelb-ständigkeit des irischen Parlaments: das warenvie beiden Angelpunkte, um die sich sein ganzes Kampfes-leben drehte. „Die Emancipation der Katholiken Jrland'sund England's," sagt Lacordaire in seiner Leichenrede aufO'Connell, „war der herrschende Gedanke seiner Tage,war der fortwährende Traum seines Genie's," war undist auf ewige Zeiten, fiigt -die Geschichte bei, der größteRuhin seines Lebens. Er stellte sich an die Spitze deririschen Katholiken, stiftete die große katholische Asso-ciation, an welcher, da der monatliche Beitrag nur ineinem Penny bestand, nebst der katholischen Priesterschaftund dem Adel das ganze katholische Volk den lebendigstenAntheil nahm. In ganz Irland wurden Volksversamm-lungen abgehalten, sog. Meetings, in welchen die großeSache des Vaterlandes besprochen wurde; ausgezeichnete