21
katholischen und reformierten Richtern. Die Sieger gingen abernoch weiter. Sie wollten die Verbindung zwischen Bern undZürich sicherstellen. Sie wollten ferner in den gemeinen Herr-schaften den reformierten Minderheiten einen stärkeren Schutz ge-währen als bisher. Darum ließen sie die fünf Orte über dennördlichen Teil des Freiamtes und über Baden nicht mehr mit-regieren. Uri, Schwiz und Unterwalden verloren auch ihre Schirm-herrschaft über Rapperswil. Diese kam an Zürich und Bern.Ferner sollte Bern fortan über den Thurgau, das Rheintal unddas Sarganserland mitregieren.
Die Hinrichtung des Majors Davel 1723.
Im Jahre 1723 versuchte der waadtländische Major AbrahamDavel das Waadtland zu befreien. Davel war ein ernster,stiller, religiöser Mann. Er war auch ein sehr tapferer Mann. Dashatte er in der Schlacht bei Villmergen bewiesen, wo er denBernern zum Siege verhalf. Diese schenkten ihm sehr großes Ver-trauen und nrachten ihn zum Kommandanten waadtländischerTruppen. Näher am Herzen als die persönliche Ehre lag demedlen Mann aber das Wohl des Vaterlandes; denn Davel liebteseine waadtländische Heimat leidenschaftlich. Die Waadtländerwurden von Bern regiert. Das gab ihm viel zu denken. Warumsollten sich seine Landsleute, die so viele tüchtige und gebildeteMänner unter sich hatten, nicht selbst regieren können? Ohnejemand etwas davon zu sagen, faßte er den Plan, sein Waadt-land von Bern zu befreien. Im Frühling 1723, als die Land-vögte nach Bern verreist waren, rückte er mit 500 WaadtländerSoldaten, die er in Cully versammelte, nach Lausanne. Dort an-gekommen, begab er sich in den Rat, der aus Lausanner Bürgernbestand. Davel erklärte, er habe ihnen wichtige Vorschläge zu machen.Er gedenke nämlich, das ganze Waadtland zum Aufstand zureizen, damit es das Joch der Berner Regierung abschüttle. Erhoffe, daß der Rat mit seinen Truppen ihn kräftig unterstützenwerde. Mit den vereinigten waadtländischen Truppen wollte er nachder Brücke vvn Eümminen marschieren, um den Vormarsch derbernischen Truppen dort aufzuhalten. Unterdessen sollten die imLand zurückgebliebenen Soldaten die Schlösser, Zollstätten undandere wichtige Punkte besetzen. Der Lausanner Rat tat, als ober mit dem Plan einverstanden sei, schickte aber heimlich soforteinen Eilboten nach Bern, um die Regierung vom Plane zu be-