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Konzert der Natur mit ein; hundert vermischte Stimmen froh-locken zum Himmel empor; der Landmann wetzt die Sense,mähet und singt; alles ist Lehen und Freude. (Hirschfeld.)
4. Soniieiiaiif- und Untergang auf den Alpen.
Eines der herrlichsten Naturschauspiele ist der Sonnenauf-und Untergang in den Alpen. Welches von beiden das schöneresei, wäre nicht leicht zu entscheiden; es kommt auf die Stim-mung des Gemütes an, welches man vorziehe; denn wenn desAbends die dunklere Färbung des Himmels, der zarte Nebel-schleier, der über alle Gegenstände ausgebreitet ist, die Seelein süsse Wehmut hüllt: so erhebt und stärkt sie sich hingegendes Morgens in sanftem Ernste. Die klare Durchsichtigkeitder Luft, die scharf gezeichneten Umrisse der Gebirge, dasFeste, Abgeschlossene in der ganzen Natur erhebt unwillkür-lich die Herzen zu Gott, dem Schöpfer und Erhalter des Welt-alls. In froher Erwartung sehen wir dem Emportauchen derbelebenden Sonne entgegen. Sie erhebt sich aus leichtemRosengewölke; ihr erster Strahl vergoldet die obersten Spitzender mit ewigem Schnee bedeckten Eisgebirge und verklärt sieso mild und in lichtem Schimmer, dass Wärme und Lebenselbst in die kalten, starren Massen zu dringen und sie mitder rings herum erwachenden Natur zu neuem Dasein zuwecken scheint.
Segen und Freude verbreitend vollendet sie ihren Laufam blauen Atherbogen, bis sie des Abends nach schön voll-brachtem Tagewerke ihrem Niedergang sich entgegen neigt.Purpurgluten sammeln sich um sie her, ihr nahes Scheiden zufeiern. Jetzt sinkt das leuchtende Gestirn des Tages hinterden sanften Wellen blauer Gebirge hinab. Schweigen herrschtrings umher. Die Arbeit wird beendet; die laute Freude ver-stummt; in zartem, violettem Dufte schwimmt die Gegendund bereitet sich zu kurzem Schlummer. Aber sieh! in denmajestätischen Hochgebirgen allein ist die Sonne noch nichtentschwunden! In sanfter Rosenfarbe, von Gold und Purpurüberhaucht, stehen die herrlichen noch da, das einförmige Weissihrer Gewänder mit bunten Kränzen geschmückt wie zu einemherrlichen Feste und scheinen sich einzig noch ihres Daseinszu freuen. Doch allmälig erblassen auch sie in leisem Dahin-