Wilder stürzen aus der Nacht die Wogen, die Ungeheuer,hervor. Sie öffnen den tiefen Schlund; sie starren aus grünenAugen; sie sträuben und schütteln die weissen, die zottigenMähnen; sie schauen drohend über Segel und Mast hernieder,wie über das Lager des Fiebernden Schatten sich neigen; siewachsen, schwinden, drohen im Wachsen, winken im Schwin-den. Sie höhlen das Grab, schmettern das Schiff hinein, tragenauf breitem Bücken es wieder empor mit der Mordlust desTigers, der die Beute im Entweichen immer wieder hascht.Hörst du mitten im tobenden Aufruhr den Donner der Bran-dung? Siebst du sie glänzen durch die düstere Luft? Ihrentgegen führen das entmastete Schiff heulend des Meeres Un-getüme , ihr entgegen im furchtbaren Triumph. Voran derTotentanz. Sie stürmen den Felsen, zu den Wellen schleuderndden Gischt wie blinkende Messer, wie Blitze, wie rauchenderOpferstoss. Messer klirren, Blitze zucken, Donner rollen,Flammen prasseln, und hinein in den Kampf jagt das Schiff,hinein in das glänzende Grab. Ein Schrei der Verzweiflunggellt durch die Donner. Nur Trümmer stürzen von den Klippenzurück. Lärmend streiten um sie die Ungeheuer. (Rud. Meier.)
Aufgaben:
Mehrere der Stücke von 1—10 sollen memorirt und frei vorgetragen werden!
1. Schilderung eines schönen Morgens. (Hiebei wird ein bestimmter Tagms Auge gefasst, so dass die Schüler nach eigener Beobachtung schildern undsich nicht bloss in eingelernten Floskeln ergehen.)
2. Die sternenhelle Nacht (a. die Abenddämmerung; b. der Himmel; e. dieRahe und das geheimnisvolle Halbdnnkel auf der Erde).
3. Die Gewitternacht.
4. Der Landmann und der Städter am Sonntagabend im Sommer.
5. Der Regentag.
6. Der Herbstsonntag.
7. Die Heuernte.
8. Die Wassersnot.
9. Der Sturmwind.
10. Das Erntefest.
11. Der Waldbrand.
12. Das Schneegestöber.
11. Hie ll'eideiiniülilc.
Der Hohlweg begann flacher zu werden; die Waldbäumestanden dünner, und durch ihre Zweige leuchtete mir eine
Wiesendangrer, deutsches Sprachbuch. II. 4