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von dem über die Jungfrau herab sich senkenden Nebel bei-nahe immer begleitet. Am folgenden Tage vereitelte der Nebelden Versuch, den Mönch zu erklettern. Ahends um 4 Uhrfielen am grünen Horn grosse Schneeflocken sanft herab, ohnedass die Wanderer bemerkten, dass zur nämlichen Zeit Ge-witter über die Schweiz zogen und am Aletschsee ein gewal-tiger Sturm mit Schneegestöber brauste. Am 5. kehrten siebei sehr schlechtem Wetter nach den Hütten am AletschseeZurück. (G. Meyer v. Knonau.)
14. Der ITbergaiig über die Gemmi.
Die Glocke schlug eben 4 Uhr, als mich die Stimmeder sorgsamen Führer, welche die kühlen Frühstunden be-nutzen wollten, und die Morgenglocke, das Werden der Däm-merung verkündend, und der Hufschlag der Saumpferde weckten,und die Gemmi meinen, dem frühesten Tagesschimmer sichöffnenden Augen neuerdings, doch jetzt zum letzten mal, seinegewaltigen Bollwerke entgegentürmte.
Wir waren bald zur Reise gerüstet. Während der Schlafdie ganze Dorfwelt noch umfangen hielt, schwebten kaum ersteinzelne Kurgäste gleich wandernden Schatten über die Strassehin, den Badehäusern zu. Die Kirche öffnete sich dem Dorf-pfarrer, der zur Frühmesse eintrat. Noch goss der Mond seinletztes, kaum bemerkbares Licht in das Tal hinein, und mitjedem Augenblick ohnmächtiger, erstarb sein Schimmer baldin dem steigenden Glänze des kommenden Tages. Auf fernemSchnee lauerte schon auf seinen Raub der gierige Geier, indesnahe hei uns einzelne Schwalben an den Kräutern und Blumender betauten Fluren vorbeistreiften, und die siedenden Wunder-quellen zum letzten mal vor uns aufdampften.
Nunmehr erblickten wir, schon an ihren Abhängen wan-delnd, die Gemmi gerade in jener magischen Färbung, von derman uns oft gesagt hatte, dass man eigentlich nicht wisse,ob sie dem Tag oder der Nacht angehöre. Und wirklich istdies Phänomen eins von denjenigen, die sich ebensowenigbeschreiben lassen, als die ganz eigenen Empfindungen, welchesein Anblick in der Seele hervorbringt. Bald musste ich jedochaufhören zu zweifeln, ob es das Reich des Lichtes oder derFinsternis sei, aus dem jenes wunderbare Zwielicht sich her-