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Deutsches Sprachbuch für die zweite Klasse der Sekundar- und Bezirksschulen auf Grundlage des zürcherischen Lehrplans und mit Berücksichtigung der obligatorischen Orthographie / bearb. von U. Wiesendanger
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geht rückwärts, stürzt vorwärts, schäumt und bereitet sichmit flammenden Augen auf einen verzweifelten Widerstand. Daverkünden die Trompeten den Augenblick, der seiner Qualein Ende machen soll. Von mehreren Chulos unterstützt, setztsich der Matador mit fliegender Muleta und entblösstem Degengravitätisch gegen das Tier in Marsch, und beide Kämpfermessen sich mit den Augen. Der Mann, kaltblütig auf seinerHut, bewegt seine Fahne, die bald die ganze Aufmerksamkeitseines ungeheuren Gegners erregt. Der Stier beobachtet diegeringste Bewegung der Muleta, und indem er sichern Stossesauf den Feind zu stürzen glaubt, wirft er sich nur auf diewehende Fahne. Der behende Matador weicht aus und stösstdem Stier im Augenblicke, wo derselbe unter seinem linkenArme weggeht, mit der rechten Hand den Degen durch dieBrust. Der Stier stürzt zusammen, und gelingt es dem Sieger,den Degen im gleichen Augenblick wieder aus der Wunde zuziehen und die Gesellschaft auf der Stelle mit blutiger Waffezu grüssen, so ertönt von allen Seiten der lauteste Beifallsruf.Die Damen werfen ihm Blumen, Zuckerkörner oder Konfektzu und reiche Leute oft einen Hegen von Piastern und Gold-stücken. Wenn dem Matador der Stoss aber misslingt, sotreten Hohngeschrei und Beschimpfung an die Stelle des Bei-falls, und tötet der Stier seinen Gegner, so schreit die Menge:bravo! und klatscht wie wahnsinnig. Jedoch tritt wieder einneuer Matador hervor, und der Stier muss am Ende dochsterben. Jeder Stier ist auf seinem Rücken mit einer Band-schleife versehen, welche die Farbe seiner Rasse bezeichnet.Nach errungenem Siege knüpft der Matador dieses Band abund überreicht es einer Dame der Versammlung, welche nichtverfehlt, auf eine solche Galanterie mit einem reichen Geschenkezu antworten. Die berühmtesten Toreadores sind beinahe allenach einer längeren oder kürzeren Ausübung ihres gefährlichenHandwerks auf dem Kampfplätze umgekommen. Man nenntu. a. den berühmten Romero. Er hatte seit einigen Jalirenin Folge mehrerer Wunden dem Ruhm entsagt, die DamenMadrids durch seine Heldentaten zu entzücken. Da wünschtedie Gemahlin Karls IV., welche stets seine Gönn er in gewesenwar, ihn noch einmal in der Arena zu sehen. Romero miss-traute seinem Glück; er wollte, sagte er, Gott nicht versuchen,