schmutzigste und unerfreulichste Karolina, die ich je kennengelernt habe. Die Leitersprossen sind kotig nass, und von einerLeiter zur andern geht’s hinab, und der Steiger voran, unddieser beteuert immer, es sei gar nicht gefährlich; nur müsseman sich mit den Händen fest an den Sprossen halten undnicht nach den Füssen sehen, nicht schwindlig werden undnur bei Leibe nicht auf das Seitenbrett treten, wo jetzt dasschnurrende Tonnenseil hinaufgehe, und wo vor 14 Tagen einunvorsichtiger Mensch hinuntergestürzt sei und leider den Halsgebrochen habe. — Da unten ist ein verworrenes Kauschenund Summen; man stösst beständig an Balken und Seile, diein Bewegung sind, um die Tonnen mit geklopften Erzen oderdas hervorgesinterte Wasser herauf zu winden. Zuweilen ge-langt man auch in durchgehauene Gänge, Stollen genannt, woman das Erz wachsen sieht, und wo der einsame Bergmannden ganzen Tag sitzt und mühsam mit dem Hammer die Erz-stücke aus der Wand herausklopft. — Bis in die untersteTiefe, wo man, wie einige behaupten, schon hören kann, wiedie Leute in Amerika: „Hurra Lafayette!“ schreien, bin ichnicht gekommen. Unter uns gesagt, dort, bis wohin ich kam,schien es mir bereits tief genug: — immerwährendes Brausenund Sausen, unheimliche Maschinenbewegung, unterirdischesQuellengeriesel, von allen Seiten herabtriefendes Wasser, qual-mig aufsteigende Erddünste, und das G-rubenlieht immer bleicherhineinflimmernd in die einsame Hackt. Wirklich, es war be-täubend. Das Atmen wurde mir schwer, und mit Mühe hieltich mich an den schlüpfrigen Leitersprossen. Ich hatte keinenAnflug von sogenannter Angst empfunden. Aber seltsam genug,dort unten in der Tiefe erinnerte ich mich, dass ich im vorigenJahre ungefähr um dieselbe Stunde einen Sturm auf der Nord-see erlebte, und ich meinte jetzt, es sei doch recht traulichangenehm, wenn das Schiff hin- und herschaukelt, die Windeihr Trompetenstückchen losblasen, zwischendrein der lustigeMatrosenlärm erschallt, und alles frisch überschäumt wird vonGottes lieber, freier Luft. Ja Luft! — Nach Luft schnappendstieg ich einige Dutzend Leitern wieder in die Höhe, und meinSteiger führte mich durch einen schmalen, sehr langen, in denBerg gehauenen Gang nach der Grube Dorothea. Hier ist esluftiger und frischer, und die Leitern sind reiner, aber auch
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