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Es schwebt eine Brücke, hoch über den RandDer furchtbaren Tiefe gebogen.
Sie ward nicht erbauet von Menschenhand;
Es hätte sich's keiner verwogen;
Der Sturm braust unter ihr spät und früh.Speit ewig hinauf und zertrümmert sie nie.
Es öffnet sich schwarz ein schauriges Tor;
Du glaubst dich im Reiche der Schatten;
Da tut sich ein lachend Gelände hervor.
Wo der Herbst und der Frühling sich galten.Aus des Lebens Mühen und ewiger QualMöcht' ich fliehen in dieses glückselige Tal.
Bier Ströme brausen hinab in das Feld,
Ihr Quell, der ist ewig verborgen.
Sie fließen nach allen vier Straßen der Welt:Nach Abend, Nord, Mittag und Morgen,
Und wie die Mutter sie rauschend geboren,
Fort flieh'n sie und bleiben sich ewig verloren.
Zwei Zinken ragen ins Blaue der LuftHoch über der Menschheit Geschlechter;
Drauf tanzen, umschleiert mit goldenem Duft,Die Wolken, die himmlischen Töchter.
Sie halten dort oben den einsamen Reih'n;
Da stellt sich kein Zeuge, kein irdischer, ein.
Es sitzt die Königin hoch und klarAuf unvergänglichem Trone;
Die Stirn' umkränzt sie sich wunderbarMit diamantener Krone.
Darauf schießt die Sonne die Pfeile von Licht;Sie vergolden sie nur; sie erwärmen sie nicht.
5. Die alte Teufelsbrücke.
lVon H. F«rd. Meher.)
Dein Bogen, grauer Zeit entstammt,Steht manch Jahrhundert außer Amt.Ein neuer Bau ragt über dir.
Dort fahren sie; du feierst hier.
Die Straße, die getragen du,
Deckt Wuchs und rote Blüte zu.
Ein Nebel netzt und tränkt deinMoos;
Er steigt aus dumpfem Reußgetos.
Mit einem luftgewob'nen KleidUmschleiert dich Vergangenheit,
Und statt des Lebens geht der TraumAuf deines Pfades engem Raum.
Das Karmen, das der Schüler sang.Träumt noch im Felsenwiderklang.Gewieher und DrommetenhallTräumt und verdröhnt im Wogen-schwall.