gehen und sich mit den in der Ostschweiz eingedrungenen Russenund Österreichern zu vereinigen, um den Widerstand des tüchtigenMasssna, der die Franzosen in der Schweiz befehligte, zu brechen.Es kam Massäna zu statten, daß er durch seine Untergenerale, unterdenen Lecourbe durch Kühnheit und Schnelligkeit sich auszeichnete,in einem großartigen Gebirgskriege sich aller Alpenpässe vom Ober-wallis bis zum Zarichsee versichert hatte. Während Lecourbe Suworoffdie Gotthardstratze verlegte, warf sich Mass6na selber auf die Russenunter Korsakoff bei Zürich und die Oesterreichs unter Hoheim Linttal, besiegte sie völlig und zwang sie zum Rückzug. AlsSuworoff sich endlich unter den schwersten Hindernissen den Weg indie Urschweiz gebahnt hatte, kam er zu spät. Er vermochte die Fran-zosen, die ihm die Ausgänge der Alpentäler versperrten, nicht zuschlagen, so daß ihm nichts übrig blieb, als sein Heer unter beispiel-losen Mühsalen über die schneebedeckten Glarneralpen nach Graubündenzu retten, worauf ihn sein Herr mißvergnügt aus dem Kriege abrief.Gleichzeitig trieb Brune eine englisch-russische Armee, die in Hollandgelandet war, durch einen Sieg bei Bergen auf ihre Schiffe zurück.
20. Der Staatsstreich vom 18. Brumaire (9. Nov. 1799).— So standen die Dinge, als Bonaparte nach Frankreich zurückkam.Er fand die Direktorialregierung verhaßt, sowohl wegen ihrer Nieder-lagen nach außen, als wegen der Unordnung im Innern, vor allemwegen der greulichen Finanzwirtschaft. Die Geldnot der Monarchiewar unbedeutend gewesen im Vergleich zu derjenigen der Republik.Um die ungeheuren Ausgaben zu bestreiten, welche der Krieg erforderte,hatte der Konvent immer neue Massen Assignaten drucken lassen. Alsdie Gesamtsumme derselben 44 Milliarden betrug, hatten sie trotzZwangskurs allen Wert verloren. *) Das Direktorium hatte sich zuhelfen gesucht, indem es an die Stelle von Assignaten ein neues Papier-geld, die Territorialmandate, setzte. Als auch diese in Mißkredit ge-rieten, erklärte es den Staatsbankerott, indem es kund machte, daß es
*) Im Dezember 1794 kostete das Pfund Zucker 100 Fr., ein PfundFleisch 30 Fr., ein Pfund Brot 45 Fr. in Assignaten und im Jahre daraufsogar das Vierfache.