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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 3. Teil (zweite Hälfte) / Neueste Geschichte bis zur Gegenwart
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Belgien zu regeln. König Wilhelm I., heimlich von den Ostmächtenermutigt, suchte auch jetzt noch das abgefallene Land mit Waffengewaltzu unterwerfen, aber Frankreich und England verbanden sich zuZwangsmatzregeln gegen ihn; ein französisches Heer nötigte 1832 denGeneral Chass6, die Citadelle Antwerpens zu räumen. Zu einemförmlichen Frieden lieh sich Wilhelm indes erst 1839 herbei.

3. Die polnische Revolution (1830—31). — In welchemVolke hätte der Schlachtruf der Julikämpfer stärkeren Wiederhall findensollen, als unter den geknechteten Polenl Dem Scheine nach bildetensie zwar seit 1815 wieder ein eigenes Reich, daS mit Rußland nichtsals den Herrscher gemein hatte und sich sogar im Gegensatz zu diesemeiner Verfassung erfreute. Aber diese Verfassung wurde schon unterAlexander I. nach Belieben verletzt und sank unter seinem Nachsolger,dem „eisernen" Nikolaus, vollends zum blotzen Trugbild herab.Mehr als je sehnten sich daher die Polen nach Abschüttelung des hartenFremdjochs, eine geheime Verbindung wühlte namentlich im Heere,und aus die Kunde von den Ereignissen in Paris und Brüssel bracham 29. November 1830 unter dem Militär in Warschau der offeneAufstand aus. Heer, Adel und Bauern fielen demselben zu, eine pro-visorische Regierung übernahm die Leitung, und der polnische Reichstagerklärte das Haus Romanow der Krone für verlustig. Unter ruhm-vollen Kämpfen warfen die Polen unter den Generälen Chlopizkiund Skrzynezki ein Heer von 118,000 Russen, das unter dem„Balkanbezwinger" Diebitsch bis in die Nähe von Warschau vor-gedrungen war, zurück. Aber Skrzynezki ließ Diebitsch Zeit, seineTruppen neu zu sammeln, und wurde von diesem am 26. Mai 1831bei Ostrolenka (am Narew) nach langem Ringen aufs Haupt ge-schlagen. Zu dem äußern Unglück gesellte sich der Hader im Innern.Durch Pöbelhyufen wurde die Regierung in Warschau gestürzt, diefähigsten Führer wurden entsetzt und Unfähige oder Verräter drängtensich an ihre Stelle. Nach blutigen Kämpfen mußte sich Warschau denRussen ergeben, und die Trümmer der polnischen Armee retteten sichauf österreichischen und preußischen Boden. Polen verlor seine Ver-fassung, wurde zur russischen Provinz gemacht und einer unerhörten